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Hochrisiko-Leukämie bei Kindern: Immuntherapie verbessert Behandlung

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Weniger Chemotherapie, weniger Infektionen
©Manel Llado mit ChatGPT, APA
Bei einer Leukämieform im Kindesalter sind in einer Studie unter Beteiligung der St. Anna Kinderkrebsforschung in Wien verbesserte Behandlungsergebnisse und eine deutliche Reduktion schwerer Infektionen erzielt worden. Dafür wurden bei der Hochrisiko-B-Zell-akuten lymphatischen Leukämie zwei Zyklen hochdosierter Chemotherapie durch die Immuntherapie Blinatumomab ersetzt. Die Studienergebnisse wurden im renommierten Fachblatt "New England Journal of Medicine" publiziert.

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Die Behandlung von Leukämie im Kindesalter erfordert häufig eine intensive Chemotherapie, die das Immunsystem stark schwächen und das Risiko lebensbedrohlicher Infektionen erhöhen kann, erläuterte das St. Anna Kinderspital am Donnerstag in einer Aussendung. Der neue Ansatz in der internationalen Studie unter der Leitung von Martin Schrappe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in der norddeutschen Stadt Kiel zeige nun, dass weniger Chemotherapie nicht zwangsläufig eine weniger wirksame Behandlung bedeutet.

Blinatumomab ist ein therapeutischer bispezifischer Antikörper, der sich in den vergangenen Jahren als wichtige Ergänzung zur Chemotherapie bei B-Zell-akuter lymphatischer Leukämie (B-ALL) etabliert hat. Er fungiert als Brücke zwischen Leukämiezellen und dem körpereigenen Immunsystem. Indem Blinatumomab an den Marker CD19 auf der Oberfläche der Leukämiezellen bindet, hilft es Immunzellen dabei, die Krebszellen zu erkennen und zu zerstören.

Die zusätzliche Gabe von Blinatumomab zur herkömmlichen Chemotherapie hatte die Behandlungsergebnisse bei Patienten mit Hochrisiko-Leukämie bereits verbessert. Dennoch erhielten die Betroffenen weiterhin eine sehr intensive Chemotherapie. In der neuen Studie verbesserte die Reduktion der Chemotherapie die Behandlungsergebnisse weiter und halbierte die Rückfallrate. Gleichzeitig sank die Häufigkeit klinisch relevanter Infektionen deutlich - von 69,4 Prozent auf 22,8 Prozent.

"Die Therapie unserer Patientinnen und Patienten zu reduzieren, kann eine große Herausforderung sein, da dadurch möglicherweise unsere Fähigkeit beeinträchtigt wird, die Krebserkrankung zu kontrollieren", erläuterte Andishe Attarbaschi, Leiter der Clinical Trials Unit an der St. Anna Kinderkrebsforschung und Mitgestalter der Studie. "Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass der Ersatz von Chemotherapie durch Immuntherapie sicher und hochwirksam ist. Dadurch können wir die Behandlungstoxizität deutlich reduzieren und gleichzeitig die Leukämie besser kontrollieren."

Visuelle Darstellung von Blinatumomab, einem bispezifischen Antikörper, der Immunzellen dabei hilft, Leukämiezellen zu erkennen und zu zerstören.

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