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Tatsächlich verschwimmt der Monitor: Der Displayinhalt wird unleserlich. Erst wenn man sich aufrichtet, kann man wieder alles richtig lesen. Haltungspädagogisch besonders wertvoll ist die Tatsache, dass der Blur-Effekt abgestuft eingesetzt wird. Wer nur ein wenig schief sitzt, sieht das Displaybild auch nur ein wenig verschwommen und kann gleich gegensteuern, bevor Unleserlichkeit droht. Wer dagegen einmal so richtig "abtaucht" oder "einknickt", kann auf einen Schlag nichts mehr entziffern.
Wie genau die persönliche Standardhaltung am besten aussehen soll, kann man in den Einstellungen des Programms individuell festlegen, ebenso wie die gewünschte Stärke des Blur-Effekts. Technisch läuft das Ganze über die Webcam des Rechners und eine permanente Bildauswertung. Dazu nutzt das Programm, das alle angeschlossenen Bildschirme unterstützt, Apples Vision-Framework. Das bedeutet aber auch, dass die App nur unter MacOS, nicht aber unter Windows läuft.
Statistik-Fans können auch eine Auswertung aufrufen, wie ordentlich sie den Tag über oder in der vergangenen Woche gesessen haben. Entwickelt hat Posturr der New Yorker Softwareingenieur Tom Johnell. Auf der Entwicklerplattform GitHub, wo das Programm kostenlos heruntergeladen und ohne Anmeldung, Konto oder Kosten genutzt werden kann, gibt Johnell ein Datenschutzversprechen: Die gesamte Datenverarbeitung erfolge lokal auf dem eigenen Mac, es gebe keine Cloud-Anbindung und kein Tracking. Posturr liegt nur in der originalen, englischen Sprachversion vor.
ARCHIV - Geradesitzen am Schreibtisch kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Die App Posturr will dabei helfen. (zu dpa: «Haltung bitte: Diese App zwingt zum Geradesitzen am Rechner») Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++






