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Bereits bekannt war, dass genetische Faktoren der sich in ursprünglich gesundem Gewebe entwickelnden, bösartigen Tumore damit eng zusammenhängen, ob diese eher in ihrer angestammten Körperregion bleiben oder sich auch in anderen Körperregionen weiter ausbreiten. An derartigen malignen invasiven Tumoren starben laut ISTA-Angaben 2024 hierzulande mehr als 21.300 Menschen - Tendenz weltweit steigend, heißt es in einer Aussendung.
Ein Team um Biologen und Physiker von dem niederösterreichischen Institut hat in Kooperation mit Forscherinnen und Forschern des Francis Crick Institutes (Großbritannien) in künstlich geschaffenen, verschieden komplex gestalteten Tumor-Umfeldern und in anschließenden Computersimulationen untersucht, wie sich Krebszellen im Verbund verhalten. Dabei zeigte sich, dass es tatsächlich einen Einfluss der Umgebung gibt, wie die Gruppe berichtet.
Darauf, dass ein sehr vielfältiges bzw. chaotischeres Tumor-Umfeld die Bösartigkeit ein Stück weit befördern kann, gab es bereits zuvor Hinweise. Diese erhärten sich nun auf Basis der Arbeiten um die Co-Erstautorinnen und -Autoren der neuen Studie, Zuzana Dunajová und Saren Tasciyan: In heterogener gestalteten "Mikrofluidik-Chips" - das sind kleine Aufbauten, in denen die laborgezüchteten Tumore mit verschieden vielen Hindernissen konfrontiert waren - koppelten sich auch mehrere Einzelzellen ab als in homogeneren Umfeldern. Gleiches zeigte sich in den Computersimulationen.
Warum dem so ist, könnte laut den Forschenden auch an der Vorgeschichte der Zellanhäufungen liegen: Sind Zellen schon mehrfach durchs Gewebe-Chaos gewandert, "verändert sich die gesamte Grenzfläche des Zellverbands – sie wird viel rauer und bildet deutlich mehr fingerartige Ausläufer", wird ISTA-Forscher Edouard Hannezo zitiert.
Mit dieser Historie im Rücken wird es demnach wahrscheinlicher, dass die Tumorzell-Ensembles auseinanderbrechen und sich einzelne Zellen in eine andere Körperregion bewegen. Somit könne auch die Mikroumgebung eines Tumores dazu beitragen, wie gefährlich selbiger letztlich wird, erklären die Wissenschafterinnen und Wissenschafter.
(S E R V I C E - https://dx.doi.org/10.1126/sciadv.aed0587 )
KLOSTERNEUBURG - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Saren Tasciyan/ISTA/Saren Tasciyan/ISTA
