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Medienberichte konzentrierten sich stark auf die Zahl der Todesopfer. Nicht-tödliche Gewalt wie die Zerstörung von Häusern, Ernten oder Infrastruktur werde oft nur unzureichend oder gar nicht erfasst. Zudem sei die Berichterstattung ungleichmäßig verteilt, wie das Forschungsteam in der Fachzeitschrift "Nature" erklärte.
Um dieses Bild zu vervollständigen, schlagen die Forschenden die systematische Integration von Satellitendaten vor. Diese erfassten unabhängig von der Medienpräsenz vor Ort die physischen Auswirkungen eines Konfliktes. Die Bilder seien exakt geortet und datiert, was eine präzise Analyse von Zerstörungen ermögliche. Allerdings könnten auch Satelliten nicht alles erfassen und lieferten keinen narrativen Kontext zu den Ereignissen. Die Forschenden betonen daher, dass beide Datenquellen ihre eigenen Stärken und Schwächen hätten, die sich durch eine kombinierte Auswertung ausgleichen ließen.
Mit zwei Fallstudien illustrieren die Forschenden den Nutzen des Ansatzes. Im Fall der Verfolgung der Rohingya in Myanmar im Jahr 2017 zeigten die Opferzahlen einen raschen Rückgang der Gewalt nach einer Woche. Satellitendaten bewiesen jedoch, dass die Zerstörung von Dörfern und Lebensgrundlagen noch monatelang andauerte.
In der Ukraine ermöglichte die Kombination von Zerstörungsdaten mit Informationen über die Gebietskontrolle eine Analyse der Kriegsführung. Die Auswertung ergab, dass russische Streitkräfte bei der Eroberung von Gebieten signifikant mehr Gebäude zerstörten als ukrainische Truppen bei deren Rückeroberung. Solche Muster blieben bei einer alleinigen Betrachtung von Opferzahlen verborgen.
This handout photograph taken and released by Maxar Technologies on July 9, 2024 in Kyiv, shows a satellite view of the Okhmatdyt hospital after a missile strike which caused the collapse of the toxicology department and damaged surrounding buildings housing other departments. Ukraine said a Russian KH-101 cruise missile had smashed into the renowned children's hospital but Moscow blamed Ukrainian air defence systems. The United Nations however said there was a "high likelihood" that the hospital suffered "a direct hit" from a KH-101 missile "launched by the Russian Federation". Ukrainian President said 38 people across Ukraine were killed -- including four children -- and 190 wounded by a barrage of nearly 40 missiles that targeted several towns and cities early July 8, 2024. (Photo by Handout / Satellite image ©2019 Maxar Technologies / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / SATELLITE IMAGE ©2024 MAXAR TECHNOLOGIES " - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
