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Forscher veröffentlichen Datensatz zu realer Mördersuche

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Weitefeld erlangte traurige Bekanntheit
©APA, dpa, Thomas Frey
Im April 2025 setzten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Universität Linz ein Forschungsflugzeug ein, um ein 25 Quadratkilometer großes, dichtes Waldgebiet zu überfliegen, in dem die Leiche des mutmaßlichen Dreifachmörders von Weitefeld (Rheinland-Pfalz) vermutet wurde. Zum Einsatz kamen dabei Kameratechnik des DLR sowie an der Uni Linz entwickelte Technologie: ein Anomalie-Erkennungsverfahren und das sogenannte "Airborne Optical Sectioning (AOS)", das einen "Blick" durch dichtes Blätterdach ermöglicht. Trotz aller Bemühungen wurde die Leiche erst Monate später auf einem Feld nahe dem Tatort entdeckt. Wie sich herausstellte, hatte sich der mutmaßliche Mörder nach der Tat verletzt in einem unterirdischen Betonrohr versteckt und war dort verstorben. Seine Leiche wurde dann von Hochwasser an die Fundstelle gespült.

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Das Forschungsteam hat nun den vollständigen Datensatz dieser Mission im Fachjournal "Nature Scientific Data" veröffentlicht. Es handelt sich um über 30.000 Luftaufnahmen mit einer Bodenauflösung von vier mal vier Zentimetern, in denen Farbanomalien, etwa von Kleidung, die nicht zur natürlichen Waldvegetation gehört, markiert sind. Diese Daten sollen dabei helfen, zukünftige KI-Verfahren besser zu trainieren, damit diese bei ähnlichen Einsätzen erfolgreich genutzt werden können, teilte die Uni Linz mit. Die Publikation zeigt zudem auf, dass aktuelle Systeme der Künstlichen Intelligenz solchen komplexen Aufgaben oft noch nicht gewachsen sind, da ihnen im Gegensatz zum menschlichen Betrachter häufig wesentliche Kontextinformationen fehlen.

Service: https://doi.org/10.1038/s41597-026-07101-w

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