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"Ganz besonders betroffen sind die alpinen Arten", so Kunz, der am Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien arbeitet. Viele von ihnen sind gut an Kälte angepasst, nicht aber an Hitze. Darunter sind Tiere, die fast so etwas wie Relikte aus der Eiszeit sind, wie etwa Birk- und Schneehühner, Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere. "Sie sind solchen Extremereignissen mehr oder weniger ausgeliefert, weil sie nicht mehr weiter nach oben ausweichen können", sagte der Forscher: "Dort existieren zum Beispiel keine alpinen Rasen mehr für Murmeltiere." Sie müssen sich deshalb in der Tageshitze vermehrt in ihren Bauten aufhalten. "Das bedeutet, dass sie weniger Zeit zur Nahrungsaufnahme und Reproduktion haben, sowie ihre Revierhierarchie auszumachen."
Gämsen kühlen sich wiederum auf Schneefeldern und wandern bei besonders heißen Wettersituationen talwärts in die Nähe von Quellen im Wald, so der Experte. Steinböcke suchen enge, schattige Schluchten auf. Die Tiere passen also ihr Verhalten an, was aber wiederum ihre Aktivität stark einschränkt. So können auch Feuersalamander im Wienerwald wegen der Trockenheit und Hitze vor allem nur mehr in der Dämmerung und Nacht herauskommen. "Man hat deshalb die Möglichkeit, sie vermehrt in kühlen und feuchten Kellergewölben zu entdecken", so Kunz.
Die Dürre verschlechtert auch das Nahrungsangebot der Wildtiere, erklärte er. Pflanzen wachsen deswegen weniger und ihr Nährgehalt ändert sich. So wird die Kost für einen Pflanzenfresser (Herbivoren) wie einem Murmeltier weniger reich an Proteinen, Wasser und Mineralstoffen. Jungvögel leiden außerdem nicht nur an der Hitze im Nest, sondern auch daran, dass ihre Eltern wegen der Hitze und Trockenheit weniger Futter herbeischaffen können.
Fleischfresser (Karnivoren) müssen oft ihre Strategie zur Nahrungsbeschaffung verändern, sagte Kunz: "Normalerweise ist beispielsweise die Hauptaktivitätszeit für Rehe in der Dämmerung, wo die Geiß ihre Kitze auf die Lichtung führen würde." Wenn sie aber wegen der Dürre länger bei den Wasserstellen bleiben oder diese Aktivität wegen der Hitze in die dunklen Stunden verlegen, hat ein Beutegreifer nur kürzere Zeiträume, um seine Nahrung zu erwischen, erklärte der Experte: "Als gut angepasster Dämmerungsjäger wird es für ihn auch in der Nacht schwieriger, seine Beute zu erwischen, weil er dann weniger gut sieht."
