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Darmkrebs: Neue Strategie könnte Immuntherapie wirksamer machen

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Vorsorge-Darmspiegelungen sind wichtig
©APA, dpa, Stefan Sauer
Immuntherapien haben die Behandlung vieler Krebserkrankungen entscheidend verbessert. Bei metastasiertem Darmkrebs wirken sie jedoch nur bei einem kleinen Teil der Patientinnen und Patienten. Ein Forschungsteam unter Leitung der MedUni Wien hat nun einen Mechanismus identifiziert, der zu dieser Therapieresistenz beitragen kann, teilte die Medizinische Universität am Mittwoch mit.

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Die im Fachjournal "Cell Death & Differentiation" veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Wird ein bestimmtes Signal in Immunzellen des Tumors ausgeschaltet, kann die körpereigene Abwehr wieder stärker gegen die Krebszellen vorgehen. Gleichzeitig verbessert sich im präklinischen Modell die Wirkung einer Immuntherapie deutlich, hieß es in der Aussendung.

Im Zentrum der Studie steht den Angaben zufolge der sogenannte epidermale Wachstumsfaktorrezeptor EGFR. Dieser Rezeptor ist als wichtiger Faktor für das Wachstum von Krebszellen bekannt und bereits Ziel verschiedener Krebstherapien. Das Team um Studienleiterin Maria Sibilia vom Zentrum für Krebsforschung der MedUni Wien und dem Comprehensive Cancer Center von MedUni Wien und AKH Wien zeigte nun, dass EGFR auch in bestimmten Immunzellen eine entscheidende Rolle spielt. Dort trägt der Rezeptor dazu bei, die Immunabwehr gegen den Tumor zu unterdrücken.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass nicht nur die Krebszellen selbst über den Erfolg einer Therapie entscheiden. Auch bestimmte Immunzellen in ihrer Umgebung können die Abwehr gegen den Tumor entscheidend bremsen. Wenn wir das EGFR-Signal in diesen Zellen ausschalten, fällt ein Teil dieser Immunbremse weg – und eine Immuntherapie kann deutlich besser wirken", wurde Sibilia zitiert.

Besonders relevant sei dieser Befund für jene große Gruppe von Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Darmkrebs, bei denen sogenannte Checkpoint-Inhibitoren bisher kaum wirksam sind. Im untersuchten Modell konnte das Ausschalten des EGFR-Signalwegs in bestimmten myeloischen Immunzellen die Immunantwort gegen Lebermetastasen verstärken. In Kombination mit einer gegen PD-L1 gerichteten Immuntherapie wurde die Entstehung von Lebermetastasen verhindert.

Die Ergebnisse liefern damit einen neuen Ansatzpunkt für mögliche Kombinationstherapien, so die MedUni Wien. Künftig könnte untersucht werden, ob eine gezielte Beeinflussung von EGFR in diesen Immunzellen dazu beitragen kann, bisher therapieresistente Darmkrebsmetastasen für Immuntherapien empfänglicher zu machen. Bevor daraus eine neue Behandlungsstrategie entstehen kann, sind jedoch weitere Untersuchungen und klinische Studien erforderlich.

11.03.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Stralsund: Stefan Ziemer, Oberarzt am Helios Hanseklinikum Stralsund, führt bei einem Pressetermin eine Darmspiegelung durch. Seit April vergangenen Jahres können sowohl Männer als auch Frauen ab 50 zur Darmkrebsvorsorge im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung eine Darmspiegelung machen lassen und im Falle eines negativen Befundes zehn Jahre später eine zweite. Vorsorge-Darmspiegelungen werden in der Regel von niedergelassen Ärzten durchgeführt. (zu dpa: «Per Kamera dem Darmkrebs auf der Spur - schon vor Entstehung») Foto: Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.

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