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Im Zentrum der Entdeckung steht ein bestimmter Eiweiß-Sensor auf den Blattoberflächen der Gemeinen Bohne (Phaseolus vulgaris), der sogenannte Inceptin-Rezeptor (INR). Sobald eine Raupe an der Pflanze frisst, gelangt ihr Speichel in das Gewebe. Der INR-Sensor erkennt darin das Eiweißfragment Inceptin.
Statt den Schaden nur passiv hinzunehmen, wirft die Bohne daraufhin eine chemische Abwehrkette an. Sie produziert und verströmt eine spezifische Mischung aus flüchtigen Duftstoffen. Für das menschliche Auge und die Nase ist dieser Hilferuf unsichtbar - für die natürlichen Feinde der Raupe signalisiert der Duftstoff-Mix jedoch, dass ein Beutetier bereitliegt.
Die Forschenden wiesen die Wirksamkeit dieses natürlichen Alarmsystems in Feldversuchen in Mexiko nach. Sie verwendeten dafür zwei Gruppen von Bohnenpflanzen: eine mit einem funktionierenden INR-Rezeptor und eine mit einer natürlich vorkommenden Gen-Mutation, die den Rezeptor funktionsunfähig macht. Auf beiden Pflanzentypen platzierten sie Raupen als Köder.
Das Ergebnis war eindeutig: Raubwespen der Gattungen Polybia und Mischocyttarus wurden von den Duftstoffen der Pflanzen mit intaktem Rezeptor angelockt. Sie attackierten die Köder-Raupen auf diesen Pflanzen deutlich häufiger. Bei den Pflanzen mit dem defekten Rezeptor gab es eine um 40 Prozent geringere Angriffsrate durch die Wespen. Die Erkenntnisse könnten den Forschenden zufolge für die Entwicklung nachhaltiger Anbausysteme von Bedeutung sein.
