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Erwachsenenbildung trage insbesondere dazu bei, dass sich Menschen "kritisch mit ihrem Umfeld auseinandersetzen" und besser auf "verändernde Gegebenheiten in der Gesellschaft" reagieren können, erklärt Angelika Hrubesch von lernraum.wien, einer Forschungsstelle der Volkshochschulen (VHS). Gleichzeitig würden solche Lernorte "Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen" zusammenbringen. Auch positive Effekte auf die Gesundheit seien bemerkbar.
Es dürfte bei vielen Menschen allerdings bei der Motivation haken, solche Angebote zu nutzen. Hier brauche es individualisierte Programme für unterschiedliche Vorkenntnisse, auch niederschwellige Angebote für schwächere sozioökonomische Biografien oder Menschen mit negativen Bildungserfahrungen, erklärt Hrubesch. Eine Person aus dem ländlichen Kärntner Raum hätte zum Beispiel nicht dieselben Bedürfnisse wie ein Mensch aus Wien mit anderen Bildungshintergründen. Katholische Erwachsenenbildung sei hier ein positives Beispiel, "das nah an die Menschen geht".
Einen Fokus auf Abschlüsse und berufliche Verwertbarkeit sah das Panel als kontraproduktiv. "Viele Aus- und Weiterbildungen sind nicht sofort verwertbar, aber trotzdem wesentlich, um die Arbeitswelt mitzugestalten", sagt Karin Gugitscher vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung. Gugitscher selbst hätte in ihrer Laufbahn wiederum von Förderprogrammen profitiert, trotz unklarer Jobaussichten.
Das Aus für die Bildungskarenz sehen die Experten kritisch. Obwohl die Umsetzung der Maßnahme verbesserbar gewesen sei, sei es für Professor Peter Schlögl von der Uni Klagenfurt "ein schwerer Fehler, dieses Geld abzuziehen". Es handle sich beim eingesparten Budget lediglich um die Kosten "eines Kreisverkehrs", die im Bildungswesen aber viel bewirken könnten. Auch bemängelt der Universitätsprofessor die Verteilung: "99 Prozent unseres Bildungsbudgets fließt in die Erstausbildung, nicht einmal ein Prozent in die Weiterbildung." Er plädiert für eine Entlastung der Schulphase und mehr Lerngelegenheiten an anderen Stellen.
Einen durch KI ausgelösten Crash am Berufsmarkt wollte niemand in der Podiumsdiskussion vorhersagen. Schon immer hätten "technologische Innovationen bestimmte qualifizierte Arbeit obsolet gemacht", argumentiert Peter Schlögl, der etwa an den Offsetdruck erinnert. Es könnte zwar eine "neue Anerkennung" für Berufe wie Handwerk oder Pflege entstehen, aber "wir wissen nicht, in welchem Ausmaß das zutreffen wird". Selbst kritische Entscheidungen im BWL-Bereich, etwa um Arbeitsplätze zu sichern, werde aus Schlögls Sicht keine KI übernehmen, "außer wir entscheiden uns tatsächlich dafür, dass wir fremdgesteuert werden." Potenzial sieht er bei Philosophen. "Wo bleibt 'the human in the loop'? Wer macht die letzte Entscheidung? Das kann man gut mit Philosophen diskutieren."
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/BMFWF
