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Gaia Novarino (Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg) hat mit 24 anderen österreichischen Forscherinnen und Forschern bei elf Mauslinien, die als Modell für ASS entwickelt wurden, die Auswirkungen der Genveränderungen auf die Gehirnentwicklung untersucht. In frühen Stadien waren die Vorläufer der Nervenzellen (radiale Gliazellen) am meisten betroffen, später die Nervenzellen selbst. Bei ihnen zeigten sich etwa Gene für die Signalübertragung in den Verbindungsstellen (Synapsen) weniger aktiv.
In der frühen Entwicklung waren die Entwicklungsverzögerungen breit gestreut, doch diese Streuung verschwand später. Novarino verglich dies mit einem Wettlauf: Manche sind schneller, andere liegen zurück, erreichen aber nach einer gewissen Zeit genauso das Ziel. Im Gegensatz dazu bedingten die verschiedenen Genveränderungen zunächst sehr ähnliche Effekte, in späteren Stadien entstand aber größere Varianz. "Möglicherweise wird diese durch Umweltinteraktionen hervorgerufen", meinte sie. Außerdem waren bei Mäuseweibchen die Effekte oft deutlicher ausgeprägt als bei Männchen.
Für mögliche Therapien bedeutet das: "Anstatt nach einer einzigen universellen Intervention zu suchen, müssen wir berücksichtigen, in welchem Entwicklungsstadium wir eingreifen, welches biologische Geschlecht das Individuum hat, und auf welchem spezifischen Entwicklungsweg sich diese Person befindet", so Novarino.
(S E R V I C E - Studie: https://www.nature.com/articles/s41586-026-10679-1 )
Gaia Novarino am Dienstag, 14. Februar 2023, im Rahmen eines Pressegesprächs des Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg.






