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"Das Hotel ist von zwei großen Frauen geprägt worden", führte Brezina vor Medien aus - von der legendären Anna Sacher, die das Haus nach dem Tod ihres Mannes 1892 nicht nur leitete, sondern auch zu internationalem Ruhm führte, und von Elisabeth Gürtler, die 1990 die Geschäftsführung übernahm. Zimmer werden vor allem von Gästen gebucht, die Wiener Flair erleben wollen, betonte Gürtler. Das ursprüngliche Hotelgebäude sei ein umfunktioniertes privates Haus gewesen. "Jedes Zimmer hier ist anders eingerichtet, jedes hat einen anderen Grundriss."
Die Ausgangslage der Romangeschichte: 1926 hinterlegt Anna Sacher eine Schatulle mit der Anweisung, sie erst ein Jahrhundert später zu öffnen. Als es 2026 so weit ist, gerät eine Journalistin in den Strudel rätselhafter Ereignisse. Was als Bericht über ein historisches Ereignis beginnt, entwickelt sich zu einer unheimlichen Spurensuche. "Denn manche Geheimnisse überdauern Generationen und manche Türen sollten besser für immer verschlossen bleiben", heißt es in der Ankündigung.
Vorgestellt wurde der Krimi, wie könnte es auch anders sein, im Hotel Sacher in Kooperation mit dem Verlag edition a und der Buchhandelskette Thalia. Brezina, der dem Haus "ein Denkmal" setzen wollte, unterstrich die "eindrucksvolle Persönlichkeit" von Anna Sacher. "Man muss sich das vorstellen, wie sich die durchgesetzt hat in einer reinen Männerwelt, wo jeder gesagt hat so: Die hat nichts zu reden. Aber die hatte was zu reden! Was ich herausgefunden habe, war sie streng, gerecht, hatte einen unglaublichen Hausverstand und ein riesiges Herz." Die Frage, was Anna Sacher heute tun würde, beantwortete Gürtler mit einem Schmunzeln: "Das, was alle tun. Sie wäre auf Social Media, sie wäre Expertin."
Das im Buch-Untertitel erwähnte Zimmer 313 gibt es im Sacher zumindest laut Auskunft des Personals gar nicht. Oder doch? "Es spielt eine ganz große Rolle, wo es sich genau im Haus befindet", gab sich Brezina gegenüber der APA geheimnisvoll. "Ich verrate es jetzt nicht." Man soll "Hotel Sacher" schließlich lesen. Studien würden allerdings zeigen, dass die Zahl der Nicht-Leser im Land steigt, sagte Thalia-Geschäftsführerin Andrea Heumann. Brezina arbeite auch deshalb seit 2025 mit dem Buchhändler zusammen, "nicht als Testimonial, sondern er kuratiert Buchempfehlungen".
Als erfolgreicher Kinderbuchautor hat Brezina viele Jungleser geprägt. Seit 2017 schreibt er auch Romane für Erwachsene und spricht damit älter gewordene Fans an. "Diesen Ausspruch höre ich oft: 'Ich hätte nie Bücher gelesen, wenn ich nicht mit deinen begonnen hätte.' Und dann höre ich: 'Ich bin so glücklich, weil ich habe deine Bücher in der Kindheit gerne gelesen und jetzt als Erwachsener wieder.' Das ist für mich eine ganz große Auszeichnung", sagte der Autor.
(S E R V I C E - Thomas Brezina: "Hotel Sacher - Das Geheimnis von Zimmer 313", Verlag edition a, 432 Seiten, 25 Euro)






