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So gelten ab dem Stichtag strengere Prüfungen der waffenrechtlichen Verlässlichkeit mit einer Verschärfung der psychologischen Eignungstestung durch ein verpflichtendes Explorationsgespräch und neue Testverfahren. Das Mindestalter für den Kauf von genehmigungspflichtigen Waffen (Revolver, Pistolen) der Kategorie A und B wird von 21 auf 25 Jahre angehoben, bei Langwaffen der Kategorie C von 18 auf 21 Jahre. Ausnahmen sollen weiterhin gelten, wenn Waffen für den Beruf benötigt werden oder auch für Jäger und Sportschützen. Zudem werden der Polizei erweiterte Kontrollbefugnisse im Umkreis von Schulen und Kindergärten gestattet .
"Notwendige Verschärfungen erforderten umfangreiche technische Vorarbeiten, unter anderem zur Registrierung und Erfassung im zentralen Waffenregister. Die Expertinnen und Experten des Innenministeriums haben daher in den vergangenen Monaten intensiv an der Umsetzung gearbeitet und diese nun zum Abschluss gebracht", sagte Karner. "Mit der neuen Regelung schließen wir nicht die Tür für legalen Waffenbesitz, sondern geben den Schlüssel nur noch jenen, die wirklich vertrauenswürdig sind", ergänzte Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ).
Die Verschärfung des Waffengesetzes war eine Folge des Amoklaufs im Juni 2025 in einem Grazer Gymnasium, bei dem zehn Menschen getötet wurden. Der Schütze hatte die verwendeten Waffen legal besessen, obwohl ihm bei der Stellung psychologische Auffälligkeiten attestiert worden sind. Seit der Novelle im November gibt es einen verbesserten Informationsaustausch zwischen Behörden, darunter fällt auch die künftige Verwendung der Stellungsergebnisse für individuelle waffenrechtliche Beurteilungen.
Die Zahl der Waffenbesitzer und Waffen ist seit der Ankündigung der rechtlichen Verschärfungen im Sommer gestiegen. So waren im Zentralen Waffenregister (ZWR) am 1. Juli 2025 österreichweit 1.523.377 Waffen bei 375.435 Waffenbesitzern registriert. Über eine Waffenbesitzkarte verfügten 264.739 Personen, über einen Waffenpass 72.840 Menschen. Bis zur nunmehrigen Novelle können nicht-halbautomatische Langwaffen - etwa Büchsen oder Flinten - der Kategorie C ohne Waffenbesitzkarte oder Waffenpass gekauft werden, ab 28. April endet die bisherige bloße Meldepflicht. Für den Besitz von Langwaffen ist zukünftig eine spezielle Form der Waffenbesitzkarte notwendig.
Mit dem Stichtag 1. April 2026 sind nunmehr österreichweit 1.559.758 Schusswaffen registriert - bei 381.813 Waffenbesitzern. Im Schnitt hat somit jeder registrierte Besitzer vier Schusswaffen. Die meisten Waffenbesitzer gibt es mit 99.460 und 450.759 Schusswaffen in Niederösterreich. 275.497 Menschen haben österreichweit eine Waffenbesitzkarte, 72.714 einen Waffenpass. Seit der Ankündigung der Verschärfung des Waffengesetzes mit Anfang Juli ist somit die Zahl der Waffen um mehr als 36.300 gestiegen, im Jahresvergleich waren es gar knapp 49.000 Schusswaffen, die neu registriert wurden. Von Juli 2025 bis April 2026 stieg die Zahl der Personen mit Waffenbesitzkarte um 10.758 an, von 1. April 2025 bis 1. April 2026 erlangten weitere 14.366 Menschen eine Waffenbesitzkarte.
Das Mindestalter für den Besitz von Faustfeuerwaffen steigt mit Monatsende von 21 auf 25 Jahren. Wie viele Personen vor der Anhebung der Altersgrenze noch eine Waffenbesitzkarte beantragt haben, geht aus dem ZWR nicht hervor, im Verwaltungsregister sind keine Statistikdaten wie etwa das Alter erfasst.
Unterdessen forderten die Grünen erneut ein Rückgabeprogramm für illegale Waffen. "Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es weiterhin Schlupflöcher im Waffengesetz gibt. Die psychologischen Überprüfungen sind weiterhin nicht für alle und nur zu Beginn des Waffenbesitzes vorgeschrieben. Die psychische Verfassung von Menschen kann sich aber mit den Jahren verändern. Deshalb muss eine weitere Überprüfung nach einem Jahrzehnt doch möglich sein", forderte Agnes Prammer, Sicherheitssprecherin der Grünen. "In Österreich haben wir außerdem eine enorm hohe Zahl an illegalen Waffen. Über dieses Problem hat sich die Regierung in dieser Reform nicht drüber getraut. Wir fordern systematische Rückgabeprogramme für illegale Waffen, um die Dunkelziffer von ca. einer Million illegaler Waffen in Österreich zu reduzieren. In anderen Ländern führen solche Programme regelmäßig zur Rückgabe tausender Waffen", meinte Prammer. Offiziell registriert sind in Österreich 146.163 Waffen der Kategorie A, also verbotene Waffen wie etwa Pumpguns und Kriegsmaterial. Die meisten offiziell registrierten derartigen Schusswaffen gibt es in Niederösterreich mit mehr als 50.000.






