Die Bundesregierung will den Ausbau beschleunigen. Freiheitliche mobilisieren dagegen und hoffen, so bei kommenden Landtagswahlen erst recht zu triumphieren. Das hat weitreichende Folgen.
Zu behaupten, alle Freiheitlichen seien gegen Windkraft, wäre falsch. In der Steiermark stellen sie mit Mario Kunasek den Landeshauptmann und bekennen sich zum Ausbau. Das ist aber eher die Ausnahme: Bundesparteichef Herbert Kickl warnt vor einer „sinnlosen Verschandelung der Landschaft“, der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner stellt sich gegen „ideologische Ausbau-Fantasien“, seine Salzburger Amtskollegin Marlene Svazek will keine Anlagen „im alpinen Bereich“ und der Kärntner Parteiobmann Erwin Angerer findet, dass Windräder nicht zu seinem Land passen.
Es ist ein rechtspopulistischer Zugang: US-Präsident Donald Trump ist genauso gegen Windkraft wie es die AfD in Deutschland ist und eben viele Freiheitliche in Österreich sind. Die Erklärung ist vielschichtig: Es geht um eine Infragestellung des Klimawandels und der damit zusammenhängenden Notwendigkeit, zu einer Energiewende schreiten zu müssen. Und es geht darum, dass sich die Bevölkerung dort, wo Windräder nicht zum gewohnten Landschaftsbild gehören, gerne leicht dagegen mobilisieren lässt.


In Österreich will die Bundesregierung den Ausbau nun flächendeckend beschleunigen. Das ist eine Zäsur: Bisher finden rund 90 Prozent der gesamten Stromproduktion durch Windkraft* in Niederösterreich und dem Burgenland statt. Nimmt man die Steiermark dazu, liegt man bei gut 98 Prozent. In den übrigen Bundesländern handelt es sich also um wenig bis nichts.
Stromproduktion durch Windkraft
Wasserkraft ist nach wie vor die bedeutendste Technologie für die Stromerzeugung in Österreich. Bei der Windkraft gibt es jedoch eine stark steigende Tendenz. 2005 machte der Anteil an der gesamten Erzeugung zwei Prozent aus. Im Jahr 2024 handelte es sich bereits um 11,8 Prozent.
All dies hat weitreichende Folgen: In Oberösterreich, Salzburg und Kärnten machen Freiheitliche auch im Hinblick auf die dortigen Landtagswahlen Ende 2027, Anfang 2028 Stimmung gegen Windräder, ja hoffen sie, dass es ihnen hilft, auf Platz eins zu kommen. Schwarze und Rote, auf deren Kosten das gehen würde, reagieren – und fügen sich. In Oberösterreich ist die ÖVP-geführte Landesregierung vor wenigen Tagen auf die Bremse gestiegen, und in Kärnten will der neue Landeshauptmann Daniel Fellner von der SPÖ, der Windräder einmal „hasst“ und einmal als „schiach“ bezeichnet, Regierungsplänen unter keinen Umständen Folge leisten.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 16/2026 erschienen.







