Vor allem aus mittel- und osteuropäischen Staaten wandern immer weniger Menschen zu und sehr viele ab. Der Wettbewerb um Arbeitskräfte wird härter – und die Alpenrepublik bietet nicht nur Vorteile.
Noch ist Österreich ein Zuwanderungsland. Es gibt jedoch Veränderungen, die weit über den Asylbereich hinausgehen, wo die Zahlen zuletzt eingebrochen sind. Vorläufige Daten zu Migrationsbewegungen im vergangenen Jahr, die die Statistik Austria gerade veröffentlicht hat, unterstreichen dies.
Es wandern immer weniger Menschen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit zu und zugleich sehr viele ab. Der Saldo, der unterm Strich bleibt, wird kleiner und kleiner: Bei den Drittstaatsangehörigen ist er seit 2022, als er aufgrund der Fluchtbewegungen aus der Ukraine besonders hoch war, von mehr als 100.000 auf rund 25.000 eingebrochen. Bei Bürgerinnen und Bürgern von anderen EU- sowie von EFTA-Staaten beträgt er überhaupt nur noch gut 13.000. Niedriger ist er zuletzt Anfang der 2000er-Jahre gewesen.
Drittstaaten
Der Begriff Drittstaaten ist gebräuchlich für alle Staaten außer Österreich und anderen EU- sowie EFTA-Staaten. Der „Europäischen Freihandelsassoziation“ (EFTA) gehören die Schweiz, Liechtenstein, Island und Norwegen an.
Das ist insofern bemerkenswert, als es hier um Zuwanderung geht, die auch von Rechtspopulisten gerne als „erwünscht“ bezeichnet wird, weil sie im Sinne des Wirtschaftsstandorts sei: Auch sie lässt nach und verkehrt sich zum Teil sogar ins Negative. Bei polnischen Staatsangehörigen beispielsweise überwog bereits 2024 die Abwanderung. Bei rumänischen ging es ebenfalls in diese Richtung.
Wie ist das erklärbar? Polen ist ein Tigerstaat mit wachsendem Wohlstand. Gründe, anderswo zu leben und zu arbeiten, schwinden daher. Rumänien wiederum wirbt laut der Migrationsforscherin Judith Kohlenberger offensiv um Rückkehrer: „Ihnen werden bis zu 20.000 Euro an Direktzuschüssen sowie vergünstigte Kredite für Unternehmensgründungen angeboten.“ So solle einem Arbeitskräftemangel entgegengewirkt werden, der auf eine alternde Bevölkerung zurückzuführen ist.


Österreich, das ebenfalls mit diesem Problem konfrontiert ist, gerät damit zunehmend unter Druck. Auch in Bezug auf Expats etwa. Das sind Fachkräfte, die international begehrt sind und es sich daher aussuchen können, wohin sie gehen.
Wie eine Erhebung der Plattform „InterNations“ ergeben hat, spricht aus ihrer Sicht zwar vieles für die Alpenrepublik. Bei Willkommenskultur und Freundlichkeit hapere es jedoch. Was es für Österreich nicht einfacher macht, sich im Ringen um die besten Köpfe durchzusetzen.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 22/2026 erschienen.







