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Bereits in der Nacht hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) über einen Angriff auf ein Schiff in der Meerenge berichtet. Zunächst blieb unklar, ob es sich um denselben Vorfall handelte.
Zuletzt hatte sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran im Streit um die Straße von Hormuz wieder zugespitzt. Der Iran blockiert den Verkehr durch die Meerenge mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe immer noch weitgehend. Die Straße von Hormuz ist eine wichtige Passage für Öl-, Flüssiggas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf. Die Blockade hat Folgen für die gesamte Weltwirtschaft.
US-Präsident Donald Trump hatte als Vergeltung für iranische Raketenangriffe auf Handelsschiffe am Persischen Golf die neue "Tanker für Tanker"-Doktrin angeordnet. Wegen der Blockade und steigender Preise in den USA steht Trump vor den wichtigen Parlamentswahlen im November auch innenpolitisch stark unter Druck. Die Straße von Hormuz ist inzwischen der zentrale Streitpunkt im Iran-Krieg. Zuvor war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen.
Einen Tag nach der Schließung von drei Übergängen an der Grenze zum Iran wegen eines Drohnenangriffs auf eine Ölpipeline in Saudi-Arabien haben die irakischen Behörden eine schrittweise Wiederöffnung angekündigt. Die Grenzübergänge Shalamcheh in der Provinz Basra, Al-Shib in der Provinz Maysan sowie Al-Mandali in der Provinz Diyala sollten bis Donnerstag nach und nach für Reisende und den Warenverkehr wieder geöffnet werden, erklärten die Behörden am Sonntag. Die Übergänge Shalamcheh und Al-Shib wurden den Angaben zufolge für Reisende bereits wieder geöffnet. Für den Warenverkehr blieben sie jedoch zunächst noch gesperrt.
Die irakischen Behörden hatte die drei Grenzübergänge geschlossen, nachdem die Armee nach Angaben aus Sicherheitskreisen Startvorrichtungen für Drohnen in der Nähe der Grenze zum Iran gefunden hatte. Bagdad entließ den Militärkommandeur der Provinz Maysan. Zuvor war die wichtige Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien von Drohnen angegriffen worden. Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff.
Nach ihrem Vormarsch im Bürgerkriegsland Jemen hatten die pro-iranischen Houthi auch ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt. Die mit dem Iran verbündete Miliz habe einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen angegriffen, erklärte der Houthi-Militärsprecher Yahya Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Die jemenitischen Regierungstruppen meldeten Angriffe auf Houthi-Stellungen im Südwesten des Jemen. Rund 1.400 Menschen flohen vor den Kämpfen ins benachbarte Dschibuti.
Die Houthi-Miliz hatte in den vergangenen Tagen einen groß angelegten Vorstoß unternommen und bei Kämpfen gegen jemenitische Regierungstruppen die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer erobert. Nach Angaben der jemenitischen Regierung kontrolliert die Miliz nun die für den Welthandel wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Der Angriff auf den saudi-arabischen Stützpunkt Sharurah habe "Waffendepots sowie Kommando- und Kontrollzentren" gegolten, erklärte Houthi-Sprecher Saree. Wann der Angriff genau erfolgte, teilte er zunächst nicht mit.
Die Houthi kontrollieren bereits weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither saudi-arabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen. Saudi-Arabien unterstützt Jemens Regierung in ihrem Kampf gegen die Houthi. Der Golf-Staat reagierte seinerseits mit zahlreichen Luftangriffen, wobei nach Houthi-Angaben der Flughafen der Hafenstadt Mokka getroffen wurde. Die Houthi hatten zuvor auch Mokka unter ihre Kontrolle gebracht.
Die jemenitischen Regierungstruppen teilten am Samstag mit, sie hätten Houthi-Kämpfer in Mokka angegriffen und später weitere Houthi-Stellungen im Südwesten des Landes attackiert. "Die Luftwaffe der Streitkräfte attackierte Stellungen und Kasernen der terroristischen Houthi-Gruppierung mit drei Luftangriffen", hieß es. Laut einer Armee-Erklärung am Sonntag bei X erfolgten diese Angriffe in der Provinz Tais. Die staatliche Nachrichtenagentur Saba meldete unter Berufung auf einen Armeesprecher, es seien Fahrzeuge und Waffen zerstört und Houthi-Kämpfer nahe Mokka getötet worden.
US-Präsident Trump hatte zuvor gesagt, dass die Houthi die USA gebeten hätten, sich aus ihren Kämpfen gegen die Regierungstruppen im Jemen herauszuhalten. "Die Houthi haben uns angerufen, und sie wollen nicht gegen uns kämpfen", sagte Trump bei einem Besuch in Irland am Samstag. "Sie wollen nicht, dass wir sie verfolgen". In der Region werde "alles gut und schön laufen", fügte er hinzu.
Trump erklärte auch, er habe mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen, den er als "Freund" bezeichnete. Das US-Nachrichtenportal "Axios" hatte berichtet, bin Salman habe Trump am Donnerstag angesichts des schnellen Vormarschs der Houthi in Mokka zweimal angerufen und um militärische Unterstützung gebeten. Die USA hätten die Bitte jedoch abgelehnt. Die US-Regierung werde Saudi-Arabien weiterhin nachrichtendienstliche Informationen liefern, zitierte das Medienportal einen Regierungsvertreter. Ein direktes militärisches Eingreifen werde zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht in Betracht gezogen.
Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hatte ab 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Houthi unterstützt. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 kamen die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Miliz weitgehend zum Erliegen. Nach den Gefechten in der jüngsten Zeit ist diese Feuerpause praktisch hinfällig.
In der Nacht auf Sonntag meldeten die saudi-arabischen Behörden den Einschlag eines Houthi-Geschosses in einem grenznahen Gebiet - wenige Stunden, nachdem Warnungen vor möglichen Angriffen herausgegeben worden waren. Nach Angaben der Zivilschutzbehörde wurden bei dem Vorfall zwei Menschen verletzt; zudem entstanden Sachschäden an einer Moschee, mehreren Gebäuden und Autos. Die Houthi teilten ihrerseits am Samstagabend mit, dass "feindliche, saudische Flugzeuge" in den vergangenen 48 Stunden 129 Luftangriffe auf von ihnen kontrollierte Gebiete geflogen hätten.
Durch die neu aufgeflammten Kämpfe im Jemen sind nach Angaben der UNO seit Juli mindestens 76.000 Menschen vertrieben worden. Mehr als 70.000 von ihnen seien seit Anfang September in die Flucht getrieben worden, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Samstag mit. Die Lage verschlimmere sich von Tag zu Tag. Es sei damit zu rechnen, dass die Zahl der Vertriebenen weiter steige. Etwa 1.400 Menschen seien nach Dschibuti geflohen, sagte der Wirtschafts-und Finanzminister des Landes am Horn von Afrika, Ilyas Moussa Dawaleh, am Samstag.