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Bei den jüngsten Angriffen der vom Iran unterstützten Houthi-Miliz in Saudi-Arabien wurden nach dortigen Angaben 13 Zivilisten verletzt. Das teilte Turki al-Maliki, der Sprecher des Militärbündnisses, das im Jemen an Seite der Regierung gegen die Miliz kämpft, am Dienstag mit. Die Houthi hätten in Khamis Mushait, Abha und Taif im Süden des Königreichs mit Drohnen und Raketen angegriffen.
Die saudi-arabischen Behörden gaben unter anderem auch für Mekka eine Warnung aus. Die Menschen in der für Muslime heiligen Stadt sollten ruhig bleiben und offizielle Anweisungen befolgen, teilte der saudische Zivilschutz mit. Es ist das erste Mal seit der neuen Eskalation mit der Houthi-Miliz, dass in der muslimischen Pilgerstätte Mekka Alarm ausgelöst wird - Attacken dort gab es in vergangenen Jahren nicht. Vor Beginn der vergangenen großen Wallfahrt Hadsch im Mai hatte das Verteidigungsministerium bereits Videos der Flugabwehr in Mekka veröffentlicht.
Der saudische Zivilschutz warnte am Dienstag auch in Abha und Khamis Mushait erneut vor möglichen Bedrohungen. Auch für die Küstenstadt Jeddah am Roten Meer, dem wichtigsten kommerziellen Zentrum neben der Hauptstadt Riad, und für al-Ula im Norden des Landes wurden vorübergehend Warnungen ausgegeben. Bald darauf wurden die Warnungen wieder aufgehoben. Details über mögliche Opfer und Schäden gab es zunächst nicht. Grund für die Warnungen waren vermutlich neue Houthi-Angriffe. Das saudische Militärbündnis im Jemen teilte zuletzt mit, man werde "entschlossen" auf Angriffe reagieren.
Das Königreich habe eine seiner "schwierigsten Nächte" durchstanden, berichtete unterdessen der Houthi-Fernsehsender Al-Masirah. Der "große Einsatz" der Houthi reiche nun bis tief ins Innere des Nachbarlandes hinein, wo "zunehmende Panik" herrsche.
Die Houthi-Miliz beschießt bei der Eskalation im Jemen-Krieg auch wieder verstärkt Ziele im benachbarten Saudi-Arabien. Das Königreich ist mit der international anerkannten Regierung im Jemen verbündet und bombardiert Ziele der Iran-treuen Miliz.
Saudi-Arabien wird teils auch aus dem Nachbarland Irak aus dem Norden angegriffen. Hinter diesen Angriffen werden schiitische Milizen vermutet, die vom Iran unterstützt werden.
Der Irak werde keine Angriffe auf andere Länder in der Region zulassen, hieß es vom Sprecher einer irakischen Militärbehörde. Es liefen Ermittlungen, um die Verantwortlichen zu finden, teilte der Sprecher der Staatsagentur INA zufolge mit. Unter anderem hätten Ermittler Startrampen entdeckt, von denen aus Drohnen bei Angriffen auf das Königreich gestartet worden seien.
In Saudi-Arabien wurde in vergangenen Tagen die wichtige Ost-West-Pipeline angegriffen, die Rohöl ans Rote Meer pumpt. Schon im Juli war sie vom Irak aus attackiert worden.
Auch die Angriffe der saudischen Luftwaffe im Jemen gingen nach Houthi-Angaben weiter. Diese hätten unter anderem in den Provinzen Tais und Marib innerhalb von 24 Stunden mehr als 50 Luftangriffe geflogen, teilte Houthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete, dass bei saudischen Luftangriffen drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt wurden.
Auch Jemens international anerkannte Regierung griff nach eigenen Angaben weiter Houthi-Ziele an. Die Armee veröffentlichte Videos der jüngsten Angriffe mit Artillerie und Drohnen.
Infolge der erneut ausgebrochenen Kämpfe im Jemen sind nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 100.000 Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden. Tausende weitere seien über den Seeweg in den Nachbarstaat Dschibuti geflohen, teilt die Organisation in Genf mit. Der Zugang für humanitäre Hilfslieferungen sei wegen der unsicheren Lage, zerstörter Straßen und blockierter Kommunikationswege extrem schwierig. Die mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen verstärken derzeit ihre Angriffe auf saudi-arabische Städte sowie die Energieinfrastruktur und rücken entlang der Küste des Roten Meeres in Richtung der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab vor.
So könnten die Houthi etwa Handelsschiffe in der Meerenge nun noch stärker angreifen als bei ihren früheren Angriffen in der Region ab 2023. Die Miliz hat allerdings erklärt, dass sie die Sicherheit der Schifffahrt dort gewährleisten möchte - mit Ausnahme Saudi-Arabiens, für dessen Schiffe die Miliz eine "Blockade" verhängt hat.
Vor dem Hintergrund der Eskalation des Bürgerkriegs im Jemen kommen die Staaten des UNO-Sicherheitsrats in New York am Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung über die Situation an der Meerenge Bab al-Mandab zusammen. Das Treffen sei von Bahrain, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Lettland und Großbritannien angefragt worden und solle um 21.00 Uhr MESZ beginnen, hieß es von der britischen UNO-Mission in New York. Zusätzlich zu den 15 Mitgliedstaaten des mächtigsten UNO-Gremiums sollen auch Vertreter des Jemen und Saudi-Arabiens an dem Treffen teilnehmen.
Aus Sicht des Golfstaats Katar wäre eine faktische Schließung der Meerenge Bab al-Mandab eine Katastrophe. "Die Welt leidet genug wegen der Schließung der Straße von Hormuz", sagte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums. Die Welt könne es sich nicht leisten, dass auch der Seeweg durch das Bab al-Mandab unbefahrbar werde. "Es wird katastrophal für die gesamte Welt", sagte der Sprecher. Eine Blockade internationaler Seewege könne nicht die "neue Normalität" sein.
Die Houthi hatten den Nordjemen samt der Hauptstadt Sanaa 2014 überrannt und kontrollieren dort inzwischen große Gebiete. Saudi-Arabien bekämpft die Miliz seit mehr als zehn Jahren an der Seite der international anerkannten Regierung und führt dazu ein Militärbündnis im Jemen an.
Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Beide sind Teil einer Schifffahrtsroute, die vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean führt und somit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien darstellt.
