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Grundsätzlich begrüße man bessere Bedingungen für Wehrdienstleistende, diese dürften aber nicht zulasten der Gedenk-Entsendungen gehen. "Wer Erinnerungskultur ernst nimmt, darf sie nicht durch Laufzeitverlängerungen und finanzielle Hürden aushöhlen", sagte Vereinsobmann Adrian Erhart. Es dränge sich der Verdacht auf, dass ziviles Engagement zugunsten des Wehrdienstes sanktioniert werden soll.
Gefordert wird "eine klare Abkehr von dieser Verlängerungsempfehlung". Kritische Erinnerungsarbeit brauche nachhaltige Förderung anstelle zusätzlicher Hürden. Zudem orientierten sich die weltweiten Einsatzstellen an einem 12-Monats-Rhythmus, eine Änderung würde den Dienst für viele unzugänglich machen. "Eine zeitliche Ausdehnung auf 15 Monate ohne entsprechende Ressourcen ist keine Reform, sondern eine strukturelle Schwächung der Erinnerungskultur Österreichs", hieß es in der Mitteilung.
Der Gedenkdienst zielt besonders auf Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig, kann aber als Zivildienst angerechnet werden. Mindestalter sind 17 Jahre, Einsatzgebiete etwa Bildungs- und Aufklärungsarbeit, wissenschaftliche Aufarbeitung sowie Sozial- und Behindertenhilfe. Der Verein Gedenkdienst organisiert die Entsendungen als eine von zwei Trägerorganisationen seit 1992. Rund 20 Freiwillige nehmen jährlich an dem Programm teil. Sie sind an verschiedenen Einrichtungen in Europa, Israel, Südamerika und den USA tätig.
Die vom Verteidigungsministerium eingesetzte Wehrdienstkommission hatte sich Anfang des Jahres für eine Verlängerung der Wehrpflicht ausgesprochen. In dem Bericht wird auch "die Anhebung des Gedenkdienstes auf 15 Monate" gefordert. Die zuständige ÖVP-Ministerin Claudia Bauer (vormals Plakolm) hat sich dazu auf APA-Anfrage bisher nicht geäußert. Bisher betonte sie lediglich, die Anrechnung des Gedenkdienstes solle weiter möglich sein.






