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"Jeder darf seine persönliche Meinung haben", so Hoyos auf eine entsprechende Frage. Dies sei "vielleicht ein anderer Stil", den seine Partei in die Politik bringe. Das "Österreich plus"-Modell sei jedenfalls nicht mehrheitsfähig bei den Liberalen und werde in den Verhandlungen mit den Koalitionspartnern ÖVP und SPÖ auch so nicht vertreten.
In den Verhandlungen gehe es zudem um mehr als die Frage, wie lange der Grundwehrdienst dauert, sagt Hoyos, der auch Wehrsprecher seiner Partei ist. Die Debatte solle größer sein und grundsätzlich die Frage nach der Wehrfähigkeit des Landes, inklusive der Luftraumüberwachung, umfassen. Auf Regierungsebene eine gemeinsame Lösung zu finden, sei nicht einfach, da die drei Koalitionspartner unterschiedliche Positionen - auch innerhalb der jeweiligen Parteien - vertreten würden.
Bedeckt hielt sich Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) am Rande einer Pressekonferenz auf eine Frage zu Schellhorn. Für die Entscheidung über den Wehrdienst gebe es einen parlamentarisch definierten Prozess zur Findung einer gemeinsamen Position. Unterschiedliche Sichtweisen auf ein Thema gehörten in der Politik dazu, meinte Wiederkehr.
Die FPÖ sieht darin hingegen ein "bedenkliches Zeichen der Uneinigkeit in der Regierung" sowie von "Führungsschwäche", wie der freiheitliche Wehrsprecher Volker Reifenberger in einer Aussendung kritisiert. Die Uneinigkeit innerhalb der Dreierkoalition sei "eine Gefahr für die Sicherheit unseres Landes". Auch die Regierungspartei ÖVP drängt auf eine rasche Einigung, ohne aber den liberalen Koalitionspartner direkt zu erwähnen: "Es wäre sinnvoll, wenn sich die Parteien konstruktiv mit den vorgeschlagenen Modellen auseinandersetzen, anstatt ständig öffentlich zu sagen, was sie ablehnen", richtete ÖVP-Wehrsprecher Friedrich Ofenauer per Aussendung aus.
Die Aussagen von Schellhorn in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag war bei den Pinken auf Ablehnung gestoßen. "Jede Festlegung auf ein konkretes Modell ist eine Privatmeinung", ließ Hoyos in einer ersten Reaktion verlautbaren. Kritik kam auch vom NEOS-Abgeordneten Nikolaus Scherak. "Ich fände es ja super, wenn Personen, die von einer Partei für ein Staatssekretariat nominiert werden, sich das eigene Parteiprogramm mal zu Gemüte führen und für dieses kämpfen würden. Wir brauchen jetzt eine Lohnnebenkostensenkung und NEOS ist klar für ein Berufsheer", schrieb er im Kurznachrichtendienst X.






