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Türk befürchtet, dass die bisherigen Funde "lediglich die Spitze des Eisbergs" sein könnten. Dem palästinensischen Zivilschutz zufolge wurden seit November 2025 mehr als 630 Leichen und sterbliche Überreste geborgen. Die örtlichen Behörden schätzen, dass noch mehr als 8.000 Menschen unter den Trümmern begraben sein könnten.
Türk kritisiert das Vorgehen des Militärs im von Israel kontrollierten Teil des Gazastreifens. "Auch heute noch werden viele Gebiete im Gazastreifen, in denen das israelische Militär stationiert ist, von Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht, ohne Rücksicht auf die Toten unter den Trümmern", teilte Türk in Genf mit. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, sie prüften die Aussagen.
Das UNO-Menschenrechtsbüro (OHCHR) betonte, dass Angehörige ein Anrecht darauf hätten, ihre Familienmitglieder mit Würde zu beerdigen. Gleichzeitig müssten auch mögliche Beweise für Verstöße gegen das internationale Völkerrecht bei den israelischen Angriffen gesichert werden.
Israel hat Vorwürfe, gezielt Zivilisten anzugreifen, stets zurückgewiesen. Die Regierung in Jerusalem betont, im Kampf gegen die radikal-islamische Palästinenser-Organisation Hamas im Einklang mit dem Völkerrecht zu handeln. Zudem wirft Israel der Hamas vor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, was diese bestreitet. Der von den USA vermittelte Waffenstillstand im Oktober 2025 beendete zwar die großflächigen Kämpfe, führte jedoch nicht zu einer vollständigen Einstellung der Angriffe.
Bei dem von der Hamas angeführten Angriff auf Israel im Oktober 2023, der den Gaza-Krieg auslöste, wurden nach israelischen Angaben 1.200 Menschen getötet und 251 als Geiseln verschleppt. Bei der anschließenden israelischen Militäroffensive wurden nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde mehr als 73.000 Palästinenser getötet.
