ABO

Erneut gegenseitige Angriffe zwischen Russland und Ukraine

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Ukrainischer Drohnenangriff traf Lagerhaus in Nähe von St. Petersburg
©APA/APA/AFP/STR
Der Ukraine-Krieg ist auch seit der Nacht auf Donnerstag von wechselseitigen Angriffen zwischen dem Aggressor Russland und der Ukraine geprägt. Erst nahm die Ukraine in der Nacht mit Hunderten Drohnen erneut den größten russischen Online-Versandhändler ins Visier. Am Vormittag waren dann in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mehrere Explosionen zu hören. Die Flugabwehr sei im Einsatz, um einen russischen Angriff abzuwehren, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit.

von

Nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat die Ukraine ein russisches Rüstungsunternehmen in der Oblast Kirow angegriffen. Die Firma liefere Komponenten für Flugzeuge und Raketensysteme, die bei Angriffen auf sein Land eingesetzt würden, teilt Selenskyj auf Telegram mit. Kirow liegt weit im russischen Hinterland. Auch eine Ölanlage in fast 1.350 Kilometern Entfernung sowie Logistikstandorte in Russland seien beschossen worden, erklärt Selenskyj. "Wichtig ist, dass der Einsatz gegen die russische Logistik, die die Besatzungsarmee mit Drohnenkomponenten, Navigationsgeräten und militärischer Ausrüstung versorgt, weiterhin andauert."

Der Gouverneur des Gebiets um die Millionenmetropole St. Petersburg, Alexander Drosdenko, schrieb am Donnerstag bei Telegram von 59 abgewehrten Drohnen. Infolge der Angriffe sei ein Brand auf dem Gelände des Online-Versandhändlers Wildberries im Dorf Nowossaratowka ausgebrochen. Drei Menschen wurden demnach verletzt. Auch ein Lager einer Geflügelfabrik in der Siedlung Sinjawino sei schwer beschädigt worden, berichtete der Gouverneur. Im Raum St. Petersburg waren große Rauchsäulen zu sehen.

Wildberries-Gründerin Tatjana Kim teilte bei Telegram mit, dass in St. Petersburg, dem Umland und auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim drei Logistikzentren des Unternehmens angegriffen worden seien. Sie schrieb, dass es keine Verletzten gebe und ein Teil der Flächen und Waren gesichert werden konnte. Die Ukraine hatte bereits in den vergangenen Tagen mehrfach Lager des größten russischen Online-Versandhändlers getroffen.

Russland hat indes nach eigenen Angaben in der Nacht drei ukrainische Häfen beschossen - zwei am Schwarzen Meer und einen an der Donau. Die Streitkräfte hätten mit luftgestützten Raketen und Krampfdrohnen die Häfen von Odessa, Mykolajiw und Ismail angegriffen, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. In Odessa seien Lagertanks mit Treibstoff und Schmierstoffen für die ukrainische Armee getroffen worden, in Ismail Entlade- und Lageranlagen für Militärgüter - darunter auch Seedrohnen. Auch ein Schwimmdock sei in Ismail, dem größten Donau-Hafen der Ukraine, getroffen worden. In Mykolajiw sei ein Frachtschiff beschossen worden, das gerade Militärgüter entladen habe. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht.

Nach einem russischen Angriff auf eine Energieanlage in der nordukrainischen Stadt Tschernihiw und dem umliegenden Bezirk sind rund 150.000 Verbraucher ohne Strom. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung seien im Gange, teilt der regionale Energieversorger Tschernihiwoblenergo mit. Die russischen Streitkräfte greifen immer wieder die Energieversorgung und andere Infrastruktureinrichtungen in der Ukraine an.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Seit Monaten hat sie ihre Gegenangriffe auf russisches Gebiet vor allem mit Drohnen stark ausgeweitet.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER