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Selenskyj: Anlage in Tschernobyl-Zone absichtlich getroffen

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++ ARCHIVBILD ++ Selenskyj wirft Russland eine Eskalation des Krieges vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, das Lager für abgebrannte Kernelemente in der Sperrzone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl gezielt angegriffen zu haben. Es handle sich um einen "außerordentlich hinterhältigen russischen Angriff", teilte er bei Telegram mit. Die zuständigen Ministerien und Dienste informierten nun die Partner Kiews darüber, teilte er bei Telegram mit.

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Wie der ukrainische Staatskonzern Energoatom mitgeteilt hatte, war bei einem russischen Drohnenangriff ein Gebäude des zentralen Lagers für abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen worden. Das Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden. Es sei dort kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden.

Der Vorfall dürfte auch eine Rolle spielen bei einem neuen Ukraine-Treffen in London. In der britischen Hauptstadt kommen heute Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer mit Selenskyj zusammen.

"Russland hat absichtlich genau diese Anlage der nuklearen Infrastruktur getroffen", sagte Selenskyj. Es gebe zwar keine Überschreitung der Grenzwerte für die Strahlung, aber "eine Überschreitung der ohnehin schon himmelhohen russischen Unverschämtheit". Ein Brand in einem Gebäude der Anlage sei gelöscht worden.

Am 26. April 1986 war in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle geraten, und es trat der größte anzunehmende Unfall (GAU) ein. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. In der Sperrzone gab es bereits mehrfach russische Angriffe.

Selenskyj forderte einmal die Weltgemeinschaft zum Durchgreifen gegen Russland auf. "In dieser Nacht gab es russische Angriffe auch auf andere zivile Objekte in 13 unserer Regionen", sagte er. Im Laufe der Woche habe Russland 88 Raketen und Marschflugkörper, über 3.250 Kampfdrohnen und etwa 1.800 Gleitbomben gegen die Ukraine eingesetzt.

Eine wichtige Stromleitung am Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine funktioniert indes wieder. Nach 15 Stunden Stromausfall sei die externe Versorgung von Europas größtem Kernkraftwerk wiederhergestellt worden, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf der Plattform X mit. Zuvor musste die Anlage laut IAEA zur Kühlung ihrer sechs abgeschalteten Reaktoren auf Notstromdieselgeneratoren zurückgreifen.

Die Behörden in der umkämpften Region Saporischschja meldeten am Vormittag, dass eine russische Gleitbombe drei Menschen in einem Dorf getötet habe. Bei erneuten russischen Angriffen auf die Ukraine wurden in der Nacht auf Sonntag mindestens zwei Menschen getötet. Ein 59-jähriger Mann sei bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die zentralukrainische Region Dnipropetrowsk getötet worden, erklärte der örtliche Gouverneur Oleksandr Hanscha am Sonntag im Onlinedienst Telegram.

Nach Angaben des staatlichen Rettungsdiensts wurde zudem ein 56-jähriger Minibusfahrer bei einem Drohnenangriff in der südlichen Region Saporischschja getötet. Bei den Angriffen auf Dnipropetrowsk sei außerdem ein 35-jähriger Mann verletzt und Infrastruktur beschädigt worden, erklärte Hanscha weiter.

Moskau und Kiew hatten in den vergangenen Monaten die gegenseitigen Angriffe verstärkt. Bemühungen um eine Beendigung des mehr als vier Jahren andauernden Kriegs unter Vermittlung der USA stocken.

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