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Im Libanon habe es auch mehrere Verletzte gegeben, darunter seien auch mehrere Frauen und Kinder gewesen. In der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach Angaben des US-Außenministeriums auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Trotzdem sagte Libanons Präsident Joseph Aoun am Freitag, die Waffenruhe könne den Weg zu einem dauerhaften Frieden ebnen. Die Hisbollah war an den Gesprächen nicht beteiligt und lehnte die vereinbarten Bedingungen ab. Kurz darauf erfolgten neue Angriffe der Miliz. Im Libanon hatte es bereits am Donnerstagmorgen Berichte über zahlreiche israelische Angriffe gegeben.
Nach dem erneuten Angriff der Hisbollah bombardierte die israelische Armee nach eigenen Angaben Infrastruktur der Schiiten-Miliz. In der Nacht gab die Hisbollah dann einen weiteren Raketenangriff auf die israelischen Truppen im Süden des Libanons bekannt. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht. Vom israelischen Militär gab es dazu zunächst keine Mitteilung. Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg und hat nur begrenzten Einfluss auf die Hisbollah.
Hisbollah-Chef Naim Qassem hatte zuvor die Vereinbarung zwischen der libanesischen Regierung und Israel abgelehnt. US-Präsident Donald Trump sagte indes zu Reportern im Weißen Haus, die Hisbollah habe mit ihm gesprochen. "Sie sagten: 'Wie wäre es, aufzuhören?'", erklärte Trump und schien anzudeuten, dass es nach seiner Einschätzung Fortschritte bei der Beendigung der Kämpfe geben wird. "Es wäre wirklich schön, wenn der Libanon etwas Frieden haben könnte", sagte er.
Hisbollah-Chef Qassem lehnte jedoch insbesondere die Forderungen nach einer Entwaffnung seiner vom Iran unterstützten Schiiten-Organisation ab. Eine Auslegung der Waffenruhe, nach der die Hisbollah ihre Angriffe einstellen müsse, während die israelischen Angriffe andauerten, komme einer "Kapitulation" gleich, hieß es in einer im libanesischen Fernsehen verlesenen Erklärung. "Das angekündigte Abkommen ist ein Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils."
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte unterdessen am Donnerstag laut der "Times of Israel", das eigene Militär werde die Einsätze im nördlichen Nachbarland vorerst fortsetzen.
Vorgesehen ist der Vereinbarung zufolge unter anderem, dass die Miliz ihre Angriffe auf Israel einstellt und sich aus Gebieten südlich des Litani-Flusses - der zum Teil bis zu 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze liegt - zurückzieht. Im Südlibanon sollen sogenannte Sicherheitszonen eingerichtet werden, in denen ausschließlich die regulären libanesischen Streitkräfte die Kontrolle ausüben. Allerdings ist unklar, wie diese Vorgaben umgesetzt werden sollen.
Vor dem Hintergrund des Kriegs in seinem Land warf Libanons Präsident Aoun dem Iran am Freitag vor, den Libanon als Druckmittel im Konflikt mit den USA und Israel zu missbrauchen. "Sie benutzen den Libanon als Verhandlungsmasse in ihren Gesprächen mit den USA", sagte Aoun in einem CNN-Interview. Das sei "inakzeptabel".
Er forderte Teheran auf, sich nicht länger in die inneren Angelegenheiten des Libanon einzumischen. Die Interessen des Libanon stimmten nicht mit denen des Iran überein. Den iranischen Revolutionsgarden richtete er aus: "Es ist nicht euer Land, es ist unser Land." Der Chef der vom Iran stark unterstützten Hisbollah-Miliz, Naim Qassem, repräsentiere nicht das libanesische Volk. CNN veröffentlichte zunächst nur Ausschnitte des Interviews. Nach Angaben des Präsidentschaftspalasts in Beirut soll das gesamte Interview am Montag ausgestrahlt werden.
Der Konflikt im Libanon ist auch ein zentraler Streitpunkt in den stockenden Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Teheran, das die Hisbollah bewaffnet und finanziert, betrachtet den Konflikt im Libanon als Verstoß gegen die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.
