von
Russland habe bei mehreren Angriffen auf die Region Drohnen, Artillerie und Gleitbomben eingesetzt. Drei Menschen wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge im Kreis Saporischschja bei Drohnenangriffen auf Autos verletzt.
Das ukrainische Militär griff das Raketen- und Raumfahrtzentrum im russischen Samara an. Die Streitkräfte hätten auch den Militärflugplatz Sawasleika, einen Stützpunkt für russische Kampfflugzeuge, beschossen, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag auf Telegram mit. Flamingo-Marschflugkörper hätten die rund 900 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernte Raketenfabrik in Samara getroffen.
Ziel sei es, den Druck auf die Regierung in Moskau zur Beendigung des mehr als vierjährigen Krieges zu erhöhen. "Es ist wichtig, dass das russische Kriegspotenzial verringert wird", schrieb Selenskyj auf der Kurznachrichtenplattform X. "Frieden ist nötig, und das muss in Russland spürbar sein - durch konkreten Schaden an bestimmten Einrichtungen." Auf dem angegriffenen Flugplatz seien Flugzeuge stationiert, die für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt würden.
Dem ukrainischen Generalstab zufolge gab es direkte Treffer und Brände auf dem Flugplatz in der Region Nischni Nowgorod sowie im Raumfahrtzentrum Progress in der Region Samara. Samara gilt als eines der wichtigsten Zentren der russischen Luft- und Raumfahrtindustrie. Die Stadt entwickelte sich vor allem in der Sowjetzeit zu einem Kernstandort für die Produktion von Trägerraketen, Satelliten und Raumfahrttechnik.
Wie Selenskyj auf Telegram weiter postete, attackierte das ukrainische Militär außerdem eine Ölanlage im russischen Ust-Luga. Er ließ aber offen, ob es durch den Angriff zu Beschädigungen gekommen ist. Erst am Freitag hatte die Ukraine die russische Gaskondensat-Verarbeitungsanlage im Ostseehafen Ust-Luga attackiert.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 598 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt zu haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau brachten russische Truppen im Zuge ihrer Sommeroffensive 19 Ortschaften in den südostukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja unter ihre Kontrolle. Das Ministerium beruft sich auf einen Bericht des Kommandanten der östlichen Truppengruppe, Pjotr Bolgarew. Die Namen der Ortschaften werden nicht genannt. Unabhängig davon meldet die Nachrichtenagentur Interfax, die russischen Streitkräfte hätten außerdem die Ortschaft Rybalskoje in Saporischschja eingenommen. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen.
Die russischen Vorstöße an der Front haben sich in diesem Jahr verlangsamt, auch wenn Russland seine Raketenangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte intensiviert hat. Selenskyj hatte am Mittwoch erklärt, die Streitkräfte seines Landes hätten in diesem Jahr an der südöstlichen Front 745 Quadratkilometer von Russland gehaltenes Gebiet zurückerobert.
Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes hat die Ukraine ihre Gegenangriffe im russischen Hinterland vor allem mit Drohnen in den vergangenen Monaten ausgeweitet.
