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Am Freitag hatte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko die Situation in der Stadt "extrem dramatisch" genannt und davor gewarnt, dass Kiew "in Stücke gerissen" werde. Russland griff in den vergangenen Tagen mehrere Brücken über den Dnipro sowie Energieinfrastruktur an.
Die Nordbrücke über den Fluss Dnipro sei bei den jüngsten russischen Luftangriffen getroffen worden und jetzt für den Verkehr gesperrt, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko am Samstag. Berichte über Opfer gab es nicht. In den vergangenen Tagen war schon die Südbrücke mehrmals von russischen Drohnen getroffen worden. Insgesamt sieben Brücken für U-Bahn, Eisenbahn und Straßenverkehr verbinden den Ost- und den Westteil Kiews.
Russische Drohnen schlugen indes nach offiziellen Angaben auf moldauischem Staatsgebiet ein. "Fünf russische Luftangriffswaffen, darunter "Banderol"-Raketen und Drohnen, haben unseren Luftraum verletzt und sind auf unserem Boden explodiert", schrieb die moldauische Präsidentin Maia Sandu auf der Plattform X. Nach Armeeangaben waren Explosionen in Ortschaften im südöstlichen Teil Moldaus zu hören. Zu möglichen Opfern oder Schäden gab es keine Angaben. Im angrenzenden südukrainischen Odessa gab es zu den genannten Zeiten einen Luftalarm.
In Folge bestellte Moldau am Samstag den russischen Botschafter ein. Das Außenministerium habe Moskau aufgefordert, derartige Vorfälle zu verhindern, hieß es in einer Mitteilung. Die proeuropäische Präsidentin Maia Sandu erklärte im Onlinedienst X, die Vorfälle zeigten, dass der Krieg Russlands in der Ukraine "Moldau erreicht". "Moskau bringt in ganz Europa Menschenleben in Gefahr und muss gestoppt werden", erklärte Sandu.
Der russische Botschafter wurde zum zweiten Mal binnen weniger Tage einbestellt. Ende September hatte die Regierung in Chisinau eine Zunahme von Vorfällen mit Drohnen kritisiert, die das Land wiederholt zwangen, seinen Luftraum zu schließen. Bei dem bisher jüngsten Vorfall explodierten fünf aus der Ukraine kommende Raketen und Drohnen in der Nähe von Ortschaften in Moldau. Nach Angaben der Behörden wurden leichte Schäden verursacht, Menschen kamen jedoch nicht zu Schaden.
Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine 2022 bis Ende September dieses Jahres zählte Moldau 81 Luftraumverletzungen mit "Raketen und Drohnen russischer und iranischer Herstellung", davon 44 in diesem Jahr. Andere europäische Länder stellten ebenfalls eine Zunahme der Vorfälle mit Drohnen fest, darunter das an Moldau grenzende Rumänien. Anfang September wäre ein Flugzeug mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an Bord beim Start in Moldau beinahe von einer Drohne getroffen worden.
Unterdessen griff Russland ukrainischen Angaben zufolge ein unter liberianischer Flagge fahrendes Frachtschiff in einem der ukrainischen Schwarzmeerhäfen in der Region Odessa an. Dabei sei eine Person getötet und drei weitere verletzt worden, teilte die ukrainische Hafenverwaltung mit. In einer Erklärung über die App "Telegram" hieß es, dass 13 weitere Besatzungsmitglieder in Sicherheit gebracht worden seien.
Da sich der Krieg nun bereits im fünften Jahr befindet, hat Russland seit dem Sommer seine Blockade der ukrainischen Schwarzmeerhäfen faktisch wieder aufgenommen, wodurch Handelswege unterbrochen, Getreide- und Stahlexporte eingeschränkt und der ukrainischen Wirtschaft ein schwerer Schlag versetzt wurden.
Bei einem Angriff russischer Kampfdrohnen in der ostukrainischen Oblast Charkiw kamen mindestens zwei Menschen ums Leben'. Die Drohnen hätten zwei Privatautos verfolgt und getroffen, teilten die regionalen Behörden mit. Ein Beifahrer in einem der Autos sei schwer verletzt worden. Nach Angaben der Behörden sei im Tagesverlauf eine Reihe von Fahrzeugen von russischen Drohnen angegriffen und zerstört worden. Dabei sei jedoch niemand zu Schaden gekommen.
Bereits am Vortag waren bei einem russischen Luftangriff auf Charkiw nach offiziellen Angaben zwei Menschen ums Leben gekommen. Weitere 32 Menschen seien durch Gleitbomben verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Oleh Synjehubow auf Telegram mit.
Das russische Militär hat die Angriffe gegen ukrainische Städte in den vergangenen Wochen verstärkt. Vor allem die großen Ballungszentren wie Kiew, Charkiw oder Odessa stehen im Visier der russischen Luftwaffe und werden mit Kampfdrohnen oder ballistischen Raketen angegriffen.
Russland führt seit über viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. Die Fronten im Osten der Ukraine sind gegenwärtig weitgehend festgefahren.
Bei einem ukrainischen Angriff auf die an die Ukraine angrenzende russische Oblast Belgorod kam russischen Angaben zufolge am Samstag eine Person ums Leben. Zwei weitere Menschen wurden verletzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur TASS berichtete. Reuters konnte diesen Bericht aus dem Kriegsgebiet nicht unabhängig überprüfen.
