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Studie: Kindergärten deutlich ausgebaut, Qualität stagnierte

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++ ARCHIVBILD ++ Die Kinderbetreuungseinrichtungen wurden massiv ausgebaut
©APA, dpa, Sebastian Kahnert
Die Einrichtungen zur Kinderbetreuung und Elementarpädagogik sind in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut worden, bei der Qualität hat sich aber nicht viel getan. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag präsentierte Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung. Zwischen 2016/17 und 2022/23 wuchs die Zahl der in Krippen, Kindergärten und Horten betreuten Kinder um rund 8 Prozent. Bei Öffnungszeiten und Gruppengrößen änderte sich aber kaum etwas.

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"Das zeigt, dass uns vieles gelungen ist in den letzten Jahren, aber wir sind noch nicht bei der Wahlfreiheit angekommen, die wir uns wünschen", sagte Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) bei der Präsentation der Studie in einem Kindergarten in Wien-Donaustadt. Ziel sei es, dass die Frage der Kinderbetreuung in der Familie geklärt werde und nicht mehr von externen Faktoren abhängig sei. An die Bundesländer plädierte sie, die über den Finanzausgleich vom Bund bereitgestellten Gelder für den Ausbau der Kinderbetreuung auch abzuholen.

Die Zahl der institutionellen Einrichtungen zur Kinderbetreuung und Elementarpädagogik stieg in dem untersuchten Zeitraum um rund 5 Prozent, jene der Gruppen in Krippen, Kindergärten und Horten um 11 Prozent, das Personal um 9 Prozent. Die deutlichste Steigerung gab es in Tirol. Besonders stark war der Ausbau im Bereich der Krippen, auch weil der Nachholbedarf hier höher war: Gab es 2016/17 im Österreichschnitt 11,3 Gruppen je tausend Kinder unter drei Jahren, waren es 2022/23 bereits 17,5 Gruppen. Die Zahl der bei Tageseltern betreuten Kinder ist indes stark rückläufig. Zwischen 2018 und 2024 sank sie um mehr als ein Drittel.

Der Ausbau ging allerdings nicht mit einer deutlichen Qualitätssteigerung des Angebots einher, heißt es in der Studie. Denn die durchschnittlichen Öffnungszeiten blieben annähernd gleich: Bei den Kindergärten stiegen die durchschnittlichen Öffnungszeiten von 8,8 auf 9 Stunden, bei den Krippen von 9,2 auf 9,5 Stunden. Wenig änderte sich auch bei den Gruppengrößen: 2016/17 lag die durchschnittliche Gruppengröße in den Krippen bei zwölf Kindern, 2022/23 bei 11,9, bei den Kindergärten sank sie von 19,4 auf 19,1.

Durch den Ausbau stiegen auch die Kosten massiv an: 2023 gab die öffentliche Hand rund 2,6 Mrd. Euro für den laufenden Betrieb der öffentlichen Betreuungsangebote aus, das sind um rund 1 Mrd. Euro bzw. 60 Prozent mehr als 2017. Die Steigerungen betrafen alle Bundesländer, am stärksten Vorarlberg, wo sich die Ausgaben mehr als verdoppelten. Nimmt man die investitionsgebundenen Ausgaben sowie Transfers an private Träger dazu, wurden 2023 insgesamt 3,9 Mrd. Euro ausgegeben. Rund die Hälfte entfielen auf Personalkosten, 15 Prozent auf Sach- und Materialkosten, 8 Prozent auf Investitionen und Rückzahlungen und ein Viertel auf Transferleistungen.

Am höchsten sind die laufenden Ausgaben für öffentliche Einrichtungen in Wien, das liegt an den deutlich längsten Öffnungszeiten, wie Studienautor Markus Kaindl erklärte. Die öffentlichen Krippen und Kindergärten haben in Wien im Schnitt 12,4 Stunden pro Tag geöffnet, am anderen Ende liegen Tirol und die Steiermark mit durchschnittlich 7,9 Stunden bei den Krippen und 8,1 Stunden bei den Kindergärten.

Seit dem untersuchten Jahr 2023 sei viel passiert, sowohl was die Leistungssteigerungen als auch was die Kosten betreffe, betonte Gemeindebundpräsident Johannes Pressl. Im ländlichen Raum gebe es gute Beispiele von Kooperationen zwischen Gemeinden zur Organisation der Kinderbetreuung. In den Verhandlungen zur Reformpartnerschaft habe man sich außerdem auf die Definition von Qualitätskriterien geeinigt. Wichtig sei aber, dass die Flexibilität vor Ort erhalten bleibe, betonte Pressl.

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