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Wie ÖVP und SPÖ an ihrem Unglück arbeiten

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Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) hat einen schärferen Asylkurs zur Priorität erklärt.

©APA-Images, APA, WOLFGANG JANNACH

In zwei Jahren könnten sechs Bundesländer FPÖ-geführt sein: Versuche der Mitbewerber, das durch einen verstärkten Fokus auf Migration zu verhindern, machen es eher nur wahrscheinlicher.

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Die Perspektive zwingt Schwarze und Rote zu handeln: Freiheitliche könnten schon bald in sechs Bundesländern führend sein. Und zwar nach der Steiermark, wo sie das bereits sind, auch in Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Kärnten und Salzburg. Dort wird innerhalb weniger Monate von Herbst 2027 bis zum Frühjahr 2028 gewählt.

Ausgerechnet für Oberösterreich, wo es losgehen wird, gibt es Umfragen, die sie vorne sehen. Sollten sie sich beim Urnengang tatsächlich durchsetzen, ist das möglich, was gerne als Dominoeffekt zu ihren Gunsten bezeichnet wird: Dass sie überall Erste werden. Meist würden sie als solche die ÖVP, in Kärnten die SPÖ ablösen.

Fixierung auf Migration

Es ist ein Szenario, das sehr ernst genommen wird in den Reihen der beiden ehemaligen Großparteien. Dort wird darauf jedoch in einer Art und Weise reagiert, die dazu angetan ist, es nicht zu verhindern, sondern nur noch wahrscheinlicher eintreten zu lassen: In der ÖVP überwiegt bis hinauf zur Bundesparteispitze um Kanzler Christian Stocker die Meinung, dass man mehr denn je auf Migrationsfragen im weitesten Sinne setzen müsse; indem man von „Minuszuwanderung“ spricht und darauf drängt, „politischen Islam“ zu verbieten.

In der SPÖ hat Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner als eine seiner ersten Amtshandlungen als neuer Parteivorsitzender einen schärferen Asylkurs zur Priorität erklärt.

Schmied und Schmiedl

Problem: Das ist das Feld, auf dem die FPÖ zu Hause ist. Zwar müssen sich Schwarze wie Rote Herausforderungen stellen, die es hier gibt. Indem sie Freiheitliche kopieren, riskieren sie aber, diese ausschließlich zu bestätigen und damit nur noch weiter zu stärken. Das ist das eine.

Das andere: Es geht auf Kosten von Themen, die nicht zu den Kernkompetenzen der FPÖ zählen und ebenfalls sehr vielen Menschen zu schaffen machen; bei denen sich ÖVP und SPÖ daher hervortun könnten, vor lauter Fokus auf Migration aber nicht einmal versuchen.

Beispiel Wohnen: Antworten darauf, dass der Erwerb von Eigentum aufgrund explodierter Immobilienpreise bis weit in die Mittelschicht hinein unrealistisch geworden ist und dass sich Bezieher eines durchschnittlichen Einkommens zumindest in Städten zunehmend schwertun, eine erschwingliche Mietwohnung zu finden, sind von ihnen nicht wahrnehmbar.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 36/2026 erschienen.

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