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SPÖ - Drei Altlandeshauptleute für Zeiler

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Gerhard Zeiler bekommt Rückendeckung von drei Altlandesvätern
©APA, GEORG HOCHMUTH
Nach der Ankündigung von Medienmanager Gerhard Zeiler, SPÖ-Chef Andreas Babler den Parteivorsitz streitig machen zu wollen, halten sich noch immer weite Teile der Partei mit öffentlichen Sympathiebekundungen zurück. Etwas Rückendeckung erhielt Babler von der Ministerin und SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner sowie von Staatssekretärin Michaela Schmidt. Zeiler viel positives abgewinnen können unterdessen mehrere ehemalige SPÖ-Granden und -Landeshauptmänner.

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Am deutlichsten wurde der ehemalige steirische Landeshauptmann Franz Voves. Zeiler sei "eine große, seltene Chance - nicht nur für die SPÖ", sagte er der "Kleinen Zeitung". Er traue ihm zu, "Menschen jeden Alters eine neue, mitreißende Erzählung für eine gute Zukunft im 21. Jahrhundert anzubieten und damit erfolgreich den Angstmachern von extrem rechts und extrem links entgegenzutreten". Dass Zeiler als Medienmanager wohlhabend ist, darin erkennt Voves kein Manko für einen Vorsitzenden der Sozialdemokratie: Er könnte "woanders viel mehr verdienen. In so einem Fall musst du also eine Leidenschaft haben, für die Gemeinschaft arbeiten zu wollen". Freilich: Voves kennt Zeiler nicht einmal persönlich.

Burgenlands Ex-Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), der selbst Ambitionen für einen Einzug in die Hofburg hegt, sprach sich im Interview mit der "Presse" zwar nicht direkt für Zeiler aus, meint aber, die SPÖ müsse sich angesichts schlechter Umfragewerte "natürlich Gedanken personeller und inhaltlicher Art machen". Zeiler sei "ein Musterbeispiel dafür, was für ein Aufstieg einem durch Leistung gelingen kann". Der Medienmanager entspreche "dem Motto von Bruno Kreisky, der gesagt hat: Leistung, Aufstieg, Sicherheit".

Leistung müsse wieder mehr im Mittelpunkt sozialdemokratischer Politik stehen, so Niessl. Er kündigte zudem ein Treffen von Zeiler mit dem jetzigen burgenländischen Landeshauptmann, Hans Peter Doskozil (SPÖ) im Oktober an. Doskozil hatte sich zuletzt gegen Zeiler an der Parteispitze ausgesprochen. Aus dem Büro von Doskozil hieß es am Sonntag gegenüber der APA, dass es noch keinen Termin für ein Treffen mit Zeiler gebe.

Mit Peter Ambrozy traut auch ein ehemaliger Kärntner Landeshauptmann Zeiler den SPÖ-Vorsitz zu. "Gerhard Zeiler ist ein fähiger Mann, nicht nur weil er im ORF war, sondern weil er sich im internationalen Mediengeschäft durchgesetzt hat", so Ambrozy in der "Kleinen Zeitung". Er warnt aber zugleich: "Wenn sich das Klima in der Partei nicht ändert, bringt es auch nichts, dass wir nun eine neue Person in diese Position bringen."

Gegen eine Personaldebatte in der SPÖ hat sich zuletzt Frauenministerin Holzleitner ausgesprochen. Sie würde sich gerne auf ihre Arbeit konzentrieren. Über schlechte Umfragewerte und Personalfragen müsse die Partei intern diskutieren, nicht öffentlich in den Medien, sagte sie am Sonntag gegenüber dem ORF.

Unterstützung für Babler hatte am Samstag dessen Staatssekretärin Michaela Schmidt gegenüber dem ORF geäußert: Babler habe die SPÖ in die Regierung geführt und ein Regierungsprogramm mit stark sozialdemokratischer Handschrift durchgesetzt. "Er ist erst im März mit eindeutiger Mehrheit gewählt worden. Alles andere besprechen wir im Wohnzimmer und nicht am Balkon."

Nicht klar positionieren wollte sich die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA und SPÖ-Abgeordnete, Barbara Teiber. In der ORF-Sendung "Hohes Haus" sagte Teiber, sie wolle sich nicht an der Personaldebatte in ihrer Partei beteiligen. Babler sei der gewählte Vorsitzende der SPÖ. Zeilers "Inhalte" kenne sie noch nicht.

Von Moderatorin Rebekka Salzer nach Zeilers wirtschaftsfreundlichen Positionen befragt, betonte die Gewerkschafterin ihre Forderung nach einer Millionärssteuer und zog auch einen internationalen, historischen Vergleich: Den dritten Weg (Strömung in der Sozialdemokratie; Anm.) "mit Blair (Tony, britischer Ex-Premier; Anm.) und Schröder" (Gerhard, deutscher Ex-Bundeskanzler) lehne man in der Gewerkschaft ab.

Wie es in der SPÖ weiter geht, bleibt unklar. Der nächste reguläre Vorstand ist für November angesetzt, jedoch könnten vier Mitglieder eine vorgezogene Sitzung einberufen lassen. Damit müssten sich dann erstmals Zeiler-Unterstützer deklarieren. Da das Statut einige Grauzonen hat, ist nicht einmal unstrittig, ob es zu der eigentlich vorgesehenen Direktwahl durch die Mitglieder kommen muss. Um zum Beispiel das zu klären würde es wohl dringend einer Sitzung des Vorstands bedürfen.

Der Kandidat selbst scheint es gar nicht so eilig zu haben. Zeiler meint in der "Krone" nämlich: "Der 'rote Oktober' heißt für mich New York, London und hoffentlich eine Woche Urlaub mit meiner Familie".

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