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Pilnacek-U-Ausschuss hat Vertraute im Fokus

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Der U-Ausschuss setzt seine Befragungen fort
©APA, HELMUT FOHRINGER
Der Untersuchungsausschuss zu den Ermittlungen zur Causa Pilnacek ist am Mittwoch mit der Befragung von zwei Vertrauten des Ex-Sektionschefs Christian Pilnacek weitergegangen. Die beiden Frauen - seine Freundin und deren Mitbewohnerin - sollen Pilnacek vor dem Auffinden dessen Leichnams als letzte lebend gesehen haben. Kritik übten alle übrigen Fraktionen vor Beginn der Befragung an den "Einschüchterungsversuchen" der zweiten Auskunftsperson durch die ÖVP.

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ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger hatte am Vortag die Finanzprokuratur aufgefordert, Schadensersatzansprüche gegen die frühere Freundin Pilnaceks, deren Glaubwürdigkeit er in Zweifel zog, wegen der entstandenen Kosten zu prüfen. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker sprach am Mittwoch von einem "ungeheuerlichen Vorgang" und "Methoden autoritärer Systeme" und vermutete dahinter ein Ablenkungsmanöver der Volkspartei, um von der ebenfalls geladenen ehemaligen Mitarbeiterin des früheren Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP) abzulenken. Unter anderem auf Sobotkas Rolle will sich die FPÖ am Mittwoch auch konzentrieren. "Einer Privatperson einen Tag vor der Befragung mit einer Millionenklage zu drohen, die keinerlei Aussicht auf Erfolg hat, das hat eine neue Qualität", meinte auch Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli.

Aber auch von den Koalitionspartnern SPÖ und NEOS kam scharfe Kritik am Umgang der ÖVP mit der Auskunftsperson. SPÖ-Fraktionsführer Kai Jan Krainer sprach von einem "inakzeptablen Verhalten", über das im Parlament noch diskutiert werden müsse. Sophie Wotscke sah erneut einen "klaren Einschüchterungsversuch". Befürchtet wurde von den Fraktionen, dass die Vertraute von Pilnacek nicht frei aussagen werde. Es sei die freiwillige Entscheidung der Frau, die mediale Bühne zu betreten, verteidigte sich ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger. Sie habe nun Gelegenheit, zu ihren widersprüchlichen Aussagen Stellung zu nehmen.

Die Frauen, die in einem Haus nahe des Fundorts zusammenwohnten, haben bereits ausführlich vor Gericht Stellung genommen. Die erste Auskunftsperson hatte Pilnacek abgeholt, nachdem dieser nach einer Alkohol-Fahrt von der Polizei aufgehalten worden war. Im Fokus der Befragungen am Mittwoch steht auch der Umgang durch Polizei und Justiz mit den technischen Geräten Pilnaceks.

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