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Bis spätestens Freitag muss klar sein, ob sich für den Parteitag im März ein Herausforderer für Amtsinhaber Andreas Babler findet. Da tagt nämlich der Parteivorstand und der könnte, auch wenn die Statuten eigentlich bei mehreren Kandidaten eine Direktwahl nahe legen, einen weiteren Bewerber aufstellen. Babler selbst wurde bereits im Vorjahr nominiert.
Vor allem die drei Bundesländer-Organisationen entlang der Südbahn drängen hinter den Kulissen seit längerem auf eine Alternative zu Babler. Auch Salzburgs künftiger Parteichef Peter Eder zählt zu den Befürwortern eines Wechsels. Kern würde sich dem Vernehmen nach aber wünschen, dass auch Gewerkschaft und vor allem Wien sein Antreten goutieren.
Um die Lage auszuloten, bat der Altkanzler den Stadtchef dem Vernehmen nach um ein Gespräch. Das fand dann nach APA-Informationen am Dienstag statt, wenn auch in größerem Rahmen, nämlich anlässlich eines Antrittsbesuchs des Kärntner Parteichefs Daniel Fellner beim Bürgermeister mit den beiden Landesgeschäftsführern. Auch die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) war zugegen.
Dem Vernehmen nach soll Ludwig seine bekannte Linie dabei unterstrichen haben - nämlich dass eine Personaldiskussion der Partei und der Regierung schade. Das offizielle Wording lautete dann eben, dass Ludwig Kern "in keinster Weise zu einer Kandidatur ermutigt" habe. Bei den Babler-Gegnern wollte man das nicht so sehen. Dort glaubt man, dass Wien sich nicht gegen eine Kern-Kandidatur stellen würde.
Keine Freunde mit der schon wieder ausgebrochenen Debatte hat auch Bures. Im Interview mit dem ORF-"Report", das allerdings vor dem Treffen aufgezeichnet wurde, meinte die Dritte Präsidentin, die in der Partei noch immer ein Machtfaktor ist, man brauche eine neue inhaltliche Diskussionskultur und solle "nicht persönliche Intrigen in den Mittelpunkt stellen".
Eine "ernsthafte Personaldiskussion" sieht Bures nicht. Dass sie Babler am Parteitag wählt, wollte sie so nicht sagen. Sie wisse noch nicht, ob es auch andere Kandidaten gebe. Von Streichungen hält sie jedoch nichts. Bures hatte freilich auch eine Spitze gegen Babler parat. Personaldiskussionen hätten der SPÖ immer geschadet: "Der Parteivorsitzende kennt das auch von der anderen Seite", spielte sie auf Kritik Bablers an früheren SPÖ-Chefs an. Ludwig hatte wiederum untertags klar gemacht, dass er Babler wählen werde.
Wenig begeistert von einem Babler-Sturz wäre Mernyi, als FSG-Geschäftsführer eine gewichtige Stimme der roten Arbeitnehmer-Vertreter: "Wenn dauernd darüber diskutiert wird, macht der Vorsitzende das gut, macht er das richtig, dann schadet das der Sozialdemokratie, es lähmt uns", meinte er im Ö1-"Mittagsjournal". Kern habe Hals über Kopf die Partei verlassen, da sei eine gewisse Enttäuschung da, brachte er auch Bedenken gegen den möglichen Gegenkandidaten vor.






