ABO

Moskau kritisiert US-Vorgehen bei Ukraine-Verhandlungen

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
2 min
Lawrow ist von der Trump-Regierung enttäuscht
©AFP, APA, POOL, ALEXANDER ZEMLIANICHENKO
Bei den Verhandlungen, die den russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine beenden sollen, hat Moskaus Außenminister Sergej Lawrow den USA indirekt Wortbruch vorgeworfen. Russlands Machthaber Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump hätten sich bei ihrem Treffen in Alaska im August auf Prinzipien für eine Lösung geeinigt, die Washington nun aber ablehne, beklagte Lawrow in einem am Montag auf der Seite des Ministeriums veröffentlichten Interview mit dem Portal Brics TV.

von

"Jetzt sind sie nicht bereit", warf Lawrow der Trump-Regierung vor. Auch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass die in Anchorage getroffenen Vereinbarungen für Russland der einzige Weg seien, bei den Verhandlungen einen Durchbruch zu erzielen. Die Gespräche würden auch fortgesetzt, sagte er.

Russland besteht etwa darauf, dass die Ukraine ihre Truppen komplett aus dem umkämpften, großteils seit mehr als zehn Jahren russisch besetzen Donbass – das sind die gesamten Gebiete Luhansk und Donezk – abzieht. Bei den trilateralen Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen und den USA als Vermittler gab es in dieser Frage bisher keine Bewegung.

Lawrow erklärte in dem Interview, dass Russland bereit gewesen sei, eine vollumfängliche Zusammenarbeit mit den USA zum gegenseitigen Vorteil aufzubauen. "Bisher sieht in der Praxis alles entgegensetzt aus: Es werden neue Sanktionen verhängt, es wird "Krieg" geführt gegen Tanker auf dem offenen Meer unter Verstoß gegen die UNO-Seerechtskonvention", meinte der Minister.

"Es gibt Versuche, Indien und unseren anderen Partnern den Einkauf von billigen, verfügbaren russischen Energieträgern zu verbieten", führte Lawrow aus. Im Gegenzug würden die USA Kunden zwingen, dreimal so teures Flüssiggas von ihnen einzukaufen.

Lawrow warf den USA auch vor, mit Sanktionen gegen russische Öl- und Gasfirmen wie Lukoil und Rosneft gezielt Konkurrenten ausschalten zu wollen. "Im Bereich der Wirtschaft sehen wir keine "rosige" Zukunft", sagte er mit Blick auf die unter Trump wieder aufgenommenen russisch-amerikanischen Beziehungen. Die Amerikaner wollten Versorgungswege und Energieträger auf den Kontinenten unter ihre Kontrolle bringen, sagte Lawrow. Ziel sei eine wirtschaftliche Dominanz. Der russische Staat ist von den Energieexporten abhängig. Zugleich sagte Lawrow, Russland bleibe bereit zu Verhandlungen und einer Zusammenarbeit.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER