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"Jetzt sind sie nicht bereit", warf Lawrow der Trump-Regierung vor. Auch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass die in Anchorage getroffenen Vereinbarungen für Russland der einzige Weg seien, bei den Verhandlungen einen Durchbruch zu erzielen. Die Gespräche würden auch fortgesetzt, sagte er.
Russland besteht etwa darauf, dass die Ukraine ihre Truppen komplett aus dem umkämpften, großteils seit mehr als zehn Jahren russisch besetzen Donbass – das sind die gesamten Gebiete Luhansk und Donezk – abzieht. Bei den trilateralen Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen und den USA als Vermittler gab es in dieser Frage bisher keine Bewegung.
Lawrow erklärte in dem Interview, dass Russland bereit gewesen sei, eine vollumfängliche Zusammenarbeit mit den USA zum gegenseitigen Vorteil aufzubauen. "Bisher sieht in der Praxis alles entgegensetzt aus: Es werden neue Sanktionen verhängt, es wird "Krieg" geführt gegen Tanker auf dem offenen Meer unter Verstoß gegen die UNO-Seerechtskonvention", meinte der Minister.
"Es gibt Versuche, Indien und unseren anderen Partnern den Einkauf von billigen, verfügbaren russischen Energieträgern zu verbieten", führte Lawrow aus. Im Gegenzug würden die USA Kunden zwingen, dreimal so teures Flüssiggas von ihnen einzukaufen.
Lawrow warf den USA auch vor, mit Sanktionen gegen russische Öl- und Gasfirmen wie Lukoil und Rosneft gezielt Konkurrenten ausschalten zu wollen. "Im Bereich der Wirtschaft sehen wir keine "rosige" Zukunft", sagte er mit Blick auf die unter Trump wieder aufgenommenen russisch-amerikanischen Beziehungen. Die Amerikaner wollten Versorgungswege und Energieträger auf den Kontinenten unter ihre Kontrolle bringen, sagte Lawrow. Ziel sei eine wirtschaftliche Dominanz. Der russische Staat ist von den Energieexporten abhängig. Zugleich sagte Lawrow, Russland bleibe bereit zu Verhandlungen und einer Zusammenarbeit.






