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Die von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eingesetzte Wehrdienstkommission hatte sich am Dienstag für die Verlängerung des Präsenzdienstes ausgesprochen, auch der Zivildienst soll weiterentwickelt werden. Es gebe einen verfassungsrechtlichen Unterschied zwischen den beiden Optionen, sagte Bauer. Das betreffe etwa Arbeitszeiten, Verpflegung und Bezahlung. Den Wehrdienstbericht wolle sie aber "nicht auf die Zahl der Monate reduzieren", so die Ministerin, das Ziel sei eine "wehrhafte Demokratie".
Es brauche beides, Zivil- und Wehrdienst, betonte Bauer. Deswegen wolle sie mit Parteikollegin Tanner "im Gleichschritt Verbesserungen anstreben". Junge Männer sollten diese Zeit "nicht absitzen", sondern wertvolle Erfahrungen und auch Qualifikationen erwerben. Der Zivildienst sei eine "wichtige Säule", etwa im Gesundheitsbereich und in der Pflege. So könnten auch vermehrt Männer in traditionell weibliche Berufsfelder kommen.
Änderungen vorstellen kann sich Bauer auch bei der Anerkennung des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) als Zivildienst. Bei diesen Ersatzleistungen habe es zuletzt "Wildwuchs" gegeben. So sei es fraglich, welchen "Wert für Österreich" etwa Wiederbewaldungsprojekte in Costa Rica hätten. Als persönliche Erfahrung zwar wertvoll, sollte das freiwillige Engagement nicht mit dem Pflichtdienst verwechselt werden. Sehr wohl weiterhin anerkannt werden soll der Gedenkdienst.
Insgesamt habe sich der Zulauf zum FSJ in den letzten Jahren vervielfacht. Der Freiwilligendienst ist für Bauer eine gute Möglichkeit für Frauen, bezüglich einer Wehrpflicht für diese sieht sie aktuell keine Mehrheit. Die Stellung für Frauen könne "auch als Gesundheitscheck interessant" sein.
Den Rückgang bei der Zahl an Asylanträgen bewertete die Familien-, Integrations- und Europaministerin positiv. Das bedeute aber noch nicht, "dass Integration gelingt". Es gebe Personen in Österreich, die nicht integriert sind und nicht ausreichend Deutsch sprechen. Deshalb setze die Bundesregierung auf ein verpflichtendes Integrationsprogramm, Werte-Charta und mögliche Strafen. Auch das Bildungssystem sei an die Kapazitätsgrenzen gelangt.
In der Familienpolitik will Bauer bessere Rahmenbedingungen zum Kinderkriegen schaffen, die Politik solle sich aber "nicht einmischen". Als "höchstpersönlich" bezeichnete sie auch ihre Entscheidung, mit der Heirat den Nachnamen zu ändern. Das sei "absolut kein Statement" gewesen, jede und jeder sollten selbst darüber entscheiden. Die Frage, ob sie den ÖVP-Vorsitz übernehmen könnte, stelle sich nicht, sagte die Ministerin.
Familien- und Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) am Mittwoch, 26. November 2025, im Rahmen des Pressefoyers nach einer Sitzung des Ministerrats im Bundeskanzleramt in Wien.






