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Gründwild leitet die Erzdiözese Wien bereits seit einem Jahr. Am 22. Jänner des Vorjahres wurde der damalige Bischofsvikar nach dem Rücktritt Schönborns vom Vatikan zum Apostolischen Administrator ernannt, nachdem sich die Suche für einen Nachfolger schwierig gestaltete. Im Oktober erfolgte dann die Ernennung Grünwidls als Erzbischof. Der 62-Jährige wird nun am Samstag von Schönborn gemeinsam mit Franz Lackner, Erzbischof von Salzburg, und Stanislav Přibyl, Bischof der Diözese Leitmeritz/Litoměřice, zum Bischof geweiht.
Der gebürtige Weinviertler hat neben Theologie auch Orgel als Konzertfach studiert. Seit seiner Priesterweihe im Jahr 1988 war er in mehreren Pfarren in Niederösterreich aktiv. Auch wegen seiner Teilnahme an der Rom-kritischen Pfarrer-Initiative um Helmut Schüller gilt Grünwidl als vergleichsweise progressiv in der römisch-katholischen Kirche: Das Zölibat sollte seiner Meinung nach eine "freie Entscheidung" sein und er befürwortet eine Diskussion über Diakoninnen. Ob Grünwidl wie Schönborn und dessen Amtsvorgänger auch zum Kardinal ernannt wird und damit ein Stimmrecht bei der Wahl des nächsten Papstes bekommt, ist noch offen.






