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Diese würden "an mehreren Fronten" ausgetragen. Ein Luftangriff erfolgte laut Libanons Gesundheitsministerium rund hundert Meter vom Rafik-Hariri-Krankenhaus entfernt - einem der größten öffentlichen Krankenhäuser des Landes. Viele Fenster des Krankenhauses seien während des Beschusses zerstört worden, "einige unserer Patienten erlitten Panikattacken", sagte der stellvertretende Krankenhausleiter Sakaria Taubeh.
Die NGO "Ärzte ohne Grenzen", die im Rafik-Hariri-Hospital eine Notfallmedizinerin im Einsatz hat, teilte in der Früh mit, der Angriff sei nur wenige Meter von dem Krankenhaus erfolgt. "Der Anstrom an Verletzen war groß: Menschen kamen blutend an, einige wurden auf Schultern getragen. In der ersten Stunde verstarben vier Menschen. Fast 40 Verletzte wurden gezählt. Unter den Trümmern werden weitere Opfer befürchtet." "Wir sehen ältere Menschen und Jugendliche, die mit schweren Verletzungen an Kopf, Brust und Bauch eintreffen, darunter auch Verletzungen durch Granatsplitter", wurde Luna Hammad, medizinische Koordinatorin von "Ärzte ohne Grenzen "an der Notaufnahme des Rafik Hariri Public Hospital, zitiert.
"Wenn Angriffe ohne Vorwarnung dicht besiedelte Wohngebiete treffen, sind die Folgen gravierend - sowohl hinsichtlich der Verletzten als auch der Kapazität der Krankenhäuser, darauf zu reagieren, ließ die NGO wissen. Sie kritisierte "diesen Angriff auf ein dicht besiedeltes Gebiet" und forderte den Schutz der Zivilbevölkerung sowie Gesundheitseinrichtungen. "Angriffe in unmittelbarer Nähe eines Krankenhauses verbreiten Angst und können Menschen davon abhalten, lebensrettende Hilfe in Anspruch zu nehmen."
Bei weiteren Angriffen im Südlibanon wurde unter anderem das Dorf Kfar Hatta getroffen, wie AFP aus libanesischen Zivilschutzkreisen erfuhr. Dabei seien sieben Menschen getötet worden, darunter sechs Mitglieder einer Familie. Unter den Todesopfern sei auch ein vierjähriges Mädchen.
Östlich von Beirut erfolgte ein israelischer Angriff auf ein Wohngebäude in dem Dorf Ain Saadeh. Dabei wurden dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge drei Menschen getötet, darunter zwei Frauen. Weitere drei Menschen seien verletzt worden. Das Gebiet war bisher von Angriffen verschont geblieben. Laut libanesischen Staatsmedien wurde zudem am späten Sonntag ein Wohngebäude im Osten Beiruts von israelischen Luftangriffen getroffen.
Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von dunklen Rauchwolken über Beirut und Krankenwagen, die mit heulenden Sirenen durch den Stadtteil Jnah fuhren. Das Viertel gilt als Hochburg der pro-iranischen Hisbollah-Miliz. Nach Angaben der israelischen Armee waren von der Hisbollah genutzte Gebäude und Anlagen in Beirut Ziel der Angriffe.
Die israelische Armee hatte zuvor die Bewohner von Kfar Hatta zum Verlassen der Stadt aufgefordert. Die sechsköpfige Familie, die kein Auto besaß und bereits aus einem weiter südlich gelegenen Ort vertrieben worden war, wartete den libanesischen Angaben zufolge auf einen Verwandten, der sie abholen wollte. Auch dieser Mann sei bei dem israelischen Angriff ums Leben gekommen.
Die israelische Armee greife die Hisbollah "entschlossen, umfassend und an mehreren Fronten an", erklärte Israels Armeechef Samir am Sonntag bei einem Truppenbesuch in der südlibanesischen Region Ras el-Bajada. "Über 1000 Hisbollah-Terroristen wurden eliminiert und diese Zahl wird weiter steigen." Die Entwaffnung der Hisbollah sei weiterhin das "oberste Ziel" Israels im Libanon.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun erneuerte unterdessen seinen Aufruf zu Friedensverhandlungen mit Israel. "Warum verhandeln wir nicht, solange wir zumindest noch die Häuser retten können, die noch nicht zerstört wurden", sagte er in einer Fernsehansprache.
Der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel war seit dem Beginn des Iran-Krieges erneut eskaliert. Die pro-iranische Miliz feuerte am 2. März als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab und zog damit den Libanon in den Iran-Krieg hinein. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.






