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Bei dem Angriff in Ansar wurden offiziellen Angaben zufolge sieben Menschen getötet, darunter drei Kinder und zwei Frauen, und zwei weitere verletzt. In Deir al-Zahrani wurden vier Tote und 17 Verletzte gemeldet.
Die israelische Armee . Ziel seien Stützpunkte der "Hisbollah-Terrororganisation" gewesen. Der Angriff erfolgte laut israelischem Militär als Reaktion auf einen vorherigen Beschuss von Soldaten am Ali-al-Taher-Pass. Dieser liegt in einer von Israel einseitig erklärten "Sicherheitszone" im Südlibanon.
Sie warf der pro-iranischen Miliz unter anderem vor, israelische Soldaten in der "Sicherheitszone" angegriffen zu haben, die zehn Kilometer in den Libanon hineinreicht. Später erklärt die Armee, der Luftangriff in Ansar habe dem Kommandanten einer Eliteeinheit der Hisbollah, Ali Samir al-Hajj Hassan, gegolten. Dessen Familie, die zum Zeitpunkt des Angriffes bei ihm gewesen sei, sei nicht Ziel des Angriffs gewesen.
Drei Soldaten seien schwer verletzt worden, erklärte Israels Premierminister Benjamin Netanyahu am Nachmittag. Die israelische Armee habe erst später erfahren, dass die Hisbollah mutwillig Zivilisten in einer der angegriffenen Militäranlage untergebracht habe. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ein Sprecher Netanyahus sagte AFP hingegen, die jüngsten Angriffe sollten die Verhandlungen mit dem Libanon voranbringen "und sie wesentlich ernsthafter gestalten und nicht das Gegenteil bewirken". Beide Länder hätten in der Hisbollah einen gemeinsamen "Feind".
Das israelische Militär sprach von einer Reaktion auf Aktionen gegen seine Soldaten. "Die Märtyrer des israelischen Angriffs auf das Dorf Ansar sind keine 'militärische Infrastruktur', und die dabei getöteten Frauen und Kinder sind keine militärischen Ziele", erklärte der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam auf der Online-Plattform X.
Ein dpa-Fotograf vor Ort in Ansar berichtete, auch Anrainer hätten von einem Hisbollah-Stützpunkt gesprochen. So seien Aufnahmen in einigen Bereichen des zerstörten Hauses verboten worden, ebenso von einem zerstörten Auto und einem gegenüberliegenden, bewaldeten Tal.
Israel als auch die proiranische Hisbollah werfen sich gegenseitig regelmäßig Verstöße gegen eine Waffenruhe vor. Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einseitig eine "Sicherheitszone" im Südlibanon verfügt, um Angriffe der Hisbollah auf den Norden des Landes zu verhindern. Das von Israel kontrollierte Areal umfasst nach geografischen Berechnungen libanesischer Medien rund 620 Quadratkilometer. Dies entspricht einem Anteil von etwa sechs Prozent der Fläche des Landes.
Es ist einer der Angriffe mit den meisten Todesopfern, seit der Libanon vor einigen Wochen einem von den USA vermittelten Rahmenabkommen für einen Frieden mit Israel zugestimmt hat. Die Vereinbarung sieht vor, dass israelische Truppen im von ihnen besetzten Südlibanon bleiben, bis die Hisbollah entwaffnet ist und die libanesische Armee die Kontrolle übernimmt. Die radikal-islamische Miliz lehnt die Bedingungen als Kapitulation ab. In einer Stellungnahme erklärte die Hisbollah, auf die Angriffe auf den Libanon werde entsprechend reagiert. Hisbollah-Chef Naim Kassem sagte am Freitag in einer Rede, das Rahmenabkommen sei "ein israelischer Befehl, geschrieben mit israelischer Tinte, den die libanesischen Behörden unterzeichnet haben".
Die Hisbollah drohte mit Gegenangriffen. Sie kündigte eine "angemessene Antwort" an und rief die libanesische Regierung auf, "den erniedrigenden Weg der direkten Verhandlungen" mit Israel zu verlassen.
Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Donnerstag bei einem Besuch im Südlibanon erklärt, das Militär werde sich nicht aus den kontrollierten Gebieten zurückziehen, bis die Hisbollah entwaffnet sei. Ein Vertreter des US-Außenministeriums erklärte, eine dauerhafte israelische Militärpräsenz in dem Gebiet stehe nicht im Einklang mit den Zusagen aus dem Abkommen mit der libanesischen Regierung.
Das israelische Militär hatte Anfang des Jahres während eines Krieges mit der Hisbollah einen Teil des Südlibanons eingenommen. Auslöser war der Beschuss Israels durch die Miliz, zwei Tage, nachdem die USA und Israel am 28. Februar den Iran angegriffen hatten. Dafür hatte die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz Vergeltung geübt.
Israel will seine Truppen nach eigenen Angaben im Südlibanon belassen, um seinen Norden vor weiteren Angriffen zu schützen. Seit Beginn der jüngsten Feindseligkeiten am 2. März sind im Libanon mindestens 4.300 Menschen getötet worden.
