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"Kultur und Sport sollten neutrale Bereiche sein. Auf der Kunstbiennale spricht man nicht über Krieg", sagte der italienische Vize-Regierungs- und Lega-Chef nach einem Besuch des russischen Pavillons. Er habe die Pavillons der USA, von Russland, China, Israel und Italien besucht und hoffe, noch viele weitere zu sehen.
Mit Blick auf die Kontroversen um den russischen Pavillon sagte Salvini, er habe dort nichts "Skandalöses" gesehen. Er liebe Volkslieder und Traditionen aus allen Teilen der Welt, auch die Musik, die im russischen Pavillon ertönt sei. "Das Problem sind nicht diese jungen Leute und ihre sibirischen Gesänge", sagte Salvini. Der Besuch eines solchen Pavillons bedeute nicht automatisch Unterstützung für einen Krieg oder für eine Regierung, sagte der Lega-Chef und Verkehrsminister weiter. Wer den Pavillon betrete, nehme eher "ein Gefühl der Gelassenheit" mit.
Die Divergenzen in der Regierung rund um die Kunstbiennale in Venedig empören die Opposition in Rom. Der Ex-Industrieminister und Oppositionspolitiker Carlo Calenda kritisierte Meloni. "Eine Ministerpräsidentin, die diesen Namen verdient, sollte ihren Stellvertreter mit Fußtritten aus der Regierung hinauswerfen, wenn dieser sich auf der Biennale als prorussisch präsentiert", sagte Calenda, Vorsitzender der oppositionellen Mitte-links-Partei "Azione". Salvini vertrete eine Position, die im Widerspruch zu jener des Kulturministers und der gesamten Regierung stehe, kritisierte Calenda weiter.
Kulturminister Giuli, der im Streit mit Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco steht, blieb von der Eröffnung am Samstag demonstrativ fern. Auch von der Europäischen Union kamen Mahnungen wegen des russischen Pavillons. Demnach steht eine Aussetzung von Fördermitteln in Höhe von zwei Millionen Euro für die Biennale von Venedig im Raum.






