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Die Soldaten hätten die Anweisung erhalten, dass die Bewohner in ihren Häusern bleiben sollten. Zuvor hatte es geheißen, dass die Familie zum Verlassen der Ortschaft gezwungen worden sei. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, das Militär sei mit einem großen Aufgebot in die Ortschaft Qusra im nördlichen Westjordanland eingerückt und habe dort 16 weitere Häuser in Militärbaracken verwandelt.
Laut einem Bericht der Zeitung hatte das Militär zuvor Zelte der Siedler in dem Ort entfernt, es hielten sich jedoch weiterhin mehrere von ihnen dort auf. Palästinenser äußerten die Sorge, die Siedler könnten die geräumten Häuser in Besitz nehmen, wie es in ähnlichen Fällen im Westjordanland bereits geschehen ist. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, in der Nacht seien in dem Gebiet "zwei illegale Außenposten" geräumt und Ausrüstung beschlagnahmt worden. Ein Israeli sei festgenommen worden.
Der als sehr proisraelisch geltende US-Botschafter Mike Huckabee nannte die Siedler in Qusra in einem Post auf der Plattform X "israelische Terroristen". Er schrieb: "Die Handlungen derjenigen, die diesen schrecklichen Terrorakt verübt haben, der darauf abzielte, diese Familie einzuschüchtern und zu schikanieren, sind widerlich." Es gebe keine Entschuldigung für "ein solch brutales, rüpelhaftes Verhalten". Die USA hätten Israels Militär und Polizei aufgefordert, die radikalen Siedler aus Qusra zu entfernen.
Huckabees scharfe Kritik ist vor allem aufgrund seiner Befürwortung des israelischen Siedlungsbaus im Westjordanland bemerkenswert. Der frühere Baptistenpastor hat in der Vergangenheit außerdem einen palästinensischen Staat abgelehnt.
In den vergangenen Jahren hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen solche Angriffe vorzugehen. Nur selten wird darüber berichtet, dass Siedler nach Attacken zur Rechenschaft gezogen werden.
Das palästinensische Außenministerium erklärte, die Eskalation von "Siedler-Terrorismus" sei eine direkte Folge des Schutzes, des politischen Rückhalts und einer vollständigen Straffreiheit, die Regierung und Militär gewährten.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. Israel lehnt dies ab.