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Beirut kritisiert neuerliche Angriffe Israels im Libanon

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Israelische Angriffe im Süden des Libanon
©AFPTV, APA, -
Nach Angriffen im Libanon hat der libanesische Präsident Joseph Aoun Israel eine Untergrabung der Bemühungen zur Verhinderung einer Eskalation vorgeworfen. "Israels anhaltende Angriffe zielen darauf ab, alle lokalen, regionalen und internationalen Bemühungen zu vereiteln, die fortdauernde israelische Eskalation zu stoppen", erklärte Aoun am Dienstag. Laut israelischer Armee war bei den Angriffen am Montag Infrastruktur islamistischer Terrorgruppen bombardiert worden.

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Die israelischen Streitkräfte hatten am Montag nach eigenen Angaben mehrere Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz und der radikalislamischen Hamas im Süden und Osten des Libanon attackiert. Zunächst griff die israelische Armee vier Dörfer an, für die zuvor Evakuierungsanweisungen herausgegeben worden waren. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete Angriffe auf die Orte Ain el-Tineh, al-Manara und Aanan. Die israelische Armee nannte in zwei separaten Mitteilungen im Onlinedienst X überdies das Dorf Kfar Hatta.

Später erfolgten weitere Angriffe ohne vorherige Warnungen. Bei den Angriffen wurden nach israelischen Angaben "mehrere Waffenlager und Militäranlagen sowohl über als auch unter der Erde" getroffen. In der Nacht auf Dienstag wurde nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur AFP Ghaziyeh nahe der südlichen Küstenstadt Sidon angegriffen.

Seit November 2024 gilt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Hisbollah im Libanon eine Waffenruhe. Die mit der Hamas verbündete Miliz hatte nach dem Überfall der islamistischen Palästinenser-Organisation auf den Süden Israels 2023 und dem dadurch ausgelösten Gazakrieg im Norden eine zweite Front gegen Israel eröffnet.

Beirut hatte zuletzt zugesagt, die Hisbollah bis zum Ende des vergangenen Jahres zu entwaffnen. Die Miliz lehnt dies jedoch strikt ab. Israel macht die Entwaffnung der Hisbollah zur Bedingung für ein Ende seiner Angriffe auf Ziele im Libanon.

Unterdessen bekräftigte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Haltung seines Landes zur Wiederaufrüstung des Iran. "Wir werden es nicht zulassen, dass der Iran seine ballistische Raketenindustrie wieder aufbaut", sagte Netanyahu im Parlament in Jerusalem. "Und wir werden es ganz sicher nicht zulassen, dass der Iran sein Atomprogramm erneuert." Netanyahu warnte den Iran zudem vor den "sehr schwerwiegenden" Folgen im Falle eines Angriffs auf Israel.

Ähnlich hatte sich zuvor bereits US-Präsident Donald Trump geäußert. Trump sagte Ende Dezember bei einem Besuch seines Verbündeten Netanyahu in Florida, dass die USA jegliche Wiederaufrüstung im Iran unterbinden würden. Im Juni 2025 hatten zunächst Israel und dann dessen Verbündeter USA Atomanlagen im Iran angegriffen.

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