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Claudia Bauer: Auf den Spuren von Sebastian Kurz

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Claudia Bauer

©SEPA.Media, IMAGO

Freiwillige Integration sei krachend gescheitert, sagt Integrationsministerin Claudia Bauer und setzt auf Härte. Es ist der Versuch, der FPÖ Wähler abzunehmen – aber auch ein Spiel mit dem Feuer.

Sie erinnert manche in der ÖVP an Sebastian Kurz und gilt ihnen als eine der letzten Hoffnungen der Partei, die laut „Wahltrend“ der Austria Presse-Agentur (APA) mit kaum mehr als 20 Prozent weit abgeschlagen zurückliegt hinter der FPÖ (rund 37 Prozent). Die Rede ist von Claudia Bauer. Sie ist, wie Kurz einst, in der Regierung zuständig für Integration.

Freiwillige Integration „krachend gescheitert“

„Freiwillige Integration ist krachend gescheitert“, hat sie unlängst festgestellt und daraus abgeleitet, dass man zu verpflichtenden Programmen mit saftigen Strafen für alle schreiten müsse, die sich nicht daran halten; bis hin zu Haftstrafen bei der Fälschung von Zeugnissen etwa.

Es ist der vorläufige Höhepunkt eines Kurses, den die 31-Jährige schon länger fährt: Es gebe Probleme in Bezug auf Integration und diese würden von den Österreicherinnen und Österreichern auch gesehen werden, sagt sie, um sich ausschließlich darauf zu fokussieren. Erfreuliche Entwicklungen wie die steigende Erwerbsbeteiligung von Asylberechtigten, die es neben der hohen Arbeitslosigkeit auch gibt, lässt sie untergehen.

Dass Missstände nicht zuletzt auch der ÖVP, also ihrer Partei, angelastet werden können, die seit einer gefühlten Ewigkeit für Zuwanderungs-, Asyl- und Integrationspolitik verantwortlich ist, ist ihr bewusst. Ihr zufolge war man in der Vergangenheit halt zu wenig konsequent. Ja, soll es vielmehr sogar die Notwendigkeit für eine Härte unterstreichen, auf die sie jetzt drängt.

Spiel mit dem Feuer

Der Haken: Sebastian Kurz hat es in den 2010er-Jahren ähnlich angelegt und geschafft, der FPÖ unter anderem damit Wähler abzunehmen. Für Bauer ist die Ausgangslage ungleich schwieriger, sind die Risiken viel größer, handelt es sich um ein Spiel mit dem Feuer: Sie kann nicht davon ausgehen, dass ihr Wähler rechts der Mitte als Vertreterin der Volkspartei noch die erforderliche Lösungskompetenz abkaufen.

Im Gegenteil, gerade weil die Probleme ihren Darstellungen zufolge nach wie vor riesig sind, muss sie befürchten, nicht nur die Nachfrage nach Härte zu stärken, die sie meint, sondern nach radikalen Antworten, wie sie von Freiheitlichen ganz offen propagiert werden. Beispiel „Remigration“, also massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund, die man nicht in Österreich haben möchte.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 18/2026 erschienen.

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