In Österreich ist die Arbeitslosigkeit im europäischen Vergleich lange sehr niedrig gewesen. Das ist Geschichte. Und ein budgetärer Spielraum, um gegenzusteuern, ist weniger denn je vorhanden.
Es gibt praktisch keinen Unterschied mehr: In Österreich ist die Arbeitslosenquote* nicht mehr viel niedriger als EU-weit. Das zeigen Daten, die das europäische Statistikamt Eurostat ausweist. Im Februar belief sich die Quote hierzulande auf 5,8 und in allen Mitgliedstaaten zusammen auf 5,9 Prozent. Zuvor hatte es schon Monate gegeben, in der sie gleich hoch gewesen war.
Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote, die Eurostat ausweist, beruht auf einer internationalen Definition. Demnach gilt etwa als erwerbstätig, wer es eine Stunde pro Woche ist. Nach nationaler Definition muss die Erwerbstätigkeit über der Geringfügigkeitsgrenze liegen. Im Februar betrug die Quote auf dieser Basis hierzulande gar 8,3 Prozent
Es ist eine Zäsur: Österreich galt lange als wirtschaftlich starkes Land mit einer guten Beschäftigungslage. Anfang der 2000er-Jahre war die Arbeitslosenquote mit 4,3 Prozent nicht einmal halb so hoch wie in der heutigen EU insgesamt (9,7). Und selbst vor zehn Jahren noch war sie mit 6,3 Prozent um gut ein Drittel niedriger.
Bei diesen Verhältnissen ist es dann auch geblieben – bis zur Coronakrise, in der plötzlich sehr viele Menschen auf der Straße standen, und die Erholung im Anschluss daran nur von kurzer Dauer war. Seit 2022 steigt die Quote, während sie sich EU-weit seitwärts bewegt. Gründe: In Staaten „im Süden“, über die der damalige Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Mitte 2020 noch behauptet hatte, dass sie „in ihren Systemen kaputt“ seien, hat sich die Lage entspannt. In Italien beispielsweise ist die Arbeitslosigkeit nicht mehr höher, sondern – mit 5,3 Prozent im Februar – sogar etwas niedriger als hierzulande. In Österreich hingegen hat es eine Rezession und zuletzt kaum Wirtschaftswachstum gegeben. Dadurch ist die Arbeitslosigkeit weiter gestiegen.


Umso verhängnisvoller ist, dass budgetäre Spielräume, um gegenzusteuern, weniger denn je vorhanden sind. Eine Senkung der Lohnnebenkosten beispielsweise ist schwer bis unmöglich geworden. Langjähriger Reformstillstand und eine „Koste es, was es wolle“-Politik ab der Coronakrise rächen sich.
Der Fiskalrat ist schon vor Beginn des Irankriegs davon ausgegangen, dass das gesamtstaatliche Defizit bis 2029 über der Maastricht-Grenze von drei Prozent bleiben wird. Infolge des Kriegs droht nun eine weitere Verschlechterung.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 15/2026 erschienen.







