CEO Manuel Zeller
©NEOHZintinus und Teseo Capital steigen bei dem Wiener Food Tech ein. Die Zuckerreduktionstechnologie ist laut Unternehmen bereits in Produkten am Markt, wissenschaftliche Daten aus Wien zeigen eine deutlich geringere Blutzuckerreaktion.
Das Food Tech-Unternehmen Neoh hat eine laut Unternehmen mehrfach überzeichnete Finanzierungsrunde abgeschlossen, um seine Zuckerreduktionstechnologie Zero+ international zu skalieren. Zu den Investoren zählen der Food Tech-Investor Zintinus sowie Teseo Capital.
Die genaue Summe nennt Neoh nicht. Medienberichte sprechen von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Teseo Capital wird dabei als Luxemburger Investmentgesellschaft beschrieben, hinter der die Ferrero-Familie steht.
Im Kern verspricht Zero+, Industriezucker vollständig zu ersetzen. Neoh spricht von einer 1:1 industriellen Verwendbarkeit, ohne Einbußen bei Geschmack, Textur oder Verarbeitung. Wissenschaftlich greifbar wird der Ansatz unter dem Namen Enso 16, der in einer randomisierten, doppelt verblindeten Cross-over-Studie untersucht wurde.
Die in Scientific Reports veröffentlichte Untersuchung (Medizinische Universität Wien als Ethikkommission genannt) verglich bei gesunden Probandinnen und Probanden eine Einzeldosis von 30 Gramm Glukose mit 30 Gramm Enso 16. Ergebnis: Die Blutzuckerfläche unter der Kurve sowie Insulin- und C-Peptid-Werte fielen nach Enso 16 signifikant niedriger aus, die Verträglichkeit war in dieser Einmalgabe vergleichbar.
Geschäftlich markiert die Runde einen Strategiewechsel. NEOH will vom Anbieter eigener Süßwaren stärker zur B2B-Zutat und Technologieplattform werden, also ZERO+ auch für Anwendungen jenseits von Süßwaren in weiteren Produktkategorien öffnen.
Die Investoren argumentieren vor allem mit Skalierbarkeit: Teseo-Capital-Manager Alessandro Boccardo verweist laut Berichten auf industrielle Anwendbarkeit und breites Einsatzpotenzial, Zintinus sieht eine Lösung für Zuckerreduktion ohne geschmackliche Kompromisse.






