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Minister Hanke besucht GATE Space: Satellit aus Schwechat soll GPS-Störungen für die Luftfahrt sichtbar machen

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©BMIMI/Tobias Holzer.

Projekt Beaconsat startet laut Ministerium im Februar 2027 mit einer SpaceX Falcon 9, Ziel ist die Detektion von Spoofing und Jamming gegen Navigationssysteme wie GPS und Galileo

Spoofing und Jamming gelten in der Luftfahrt als wachsende Bedrohung, weil sie satellitengestützte Navigation gezielt manipulieren oder blockieren können. Spätestens seit dem Herbst 2025, als Berichte über eine mutmaßliche Störung des Navigationssystems bei einem Flug von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen publik wurden, ist das Thema breiter in der Öffentlichkeit angekommen.

Nun setzt Österreich auf Weltraumtechnik aus eigener Entwicklung. Das niederösterreichische Unternehmen Gate Space, ein Spin-off aus dem TU-Wien-Umfeld, arbeitet im Projekt „Beaconsat“ an einem Satelliten, der Angriffe auf globale Satellitennavigationssysteme (GNSS) aus dem Orbit erfassen und analysieren soll. Der Start ist laut Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) für Februar 2027 an Bord einer SpaceX-Falcon-9-Rakete geplant.

Bundesminister Peter Hanke hat Gate Space am Standort nahe dem Flughafen Wien besucht und das Unternehmen als „Paradebeispiel für Österreichs Innovationskraft“ bezeichnet. GATE Space sei 2022 von Absolventen der TU Wien gegründet worden und zähle heute zu den schnell wachsenden New-Space-Akteuren Europas, so Hanke. Geschäftsführer Moritz Novak sieht BEACONSAT als Beitrag zur Sicherheit, weil Störmuster, Zeitpunkte und Ursprung von GNSS-Angriffen bislang oft im Dunkeln bleiben.

Technologisch bringt Gate Space vor allem hochpräzise chemische Antriebssysteme ein, die Satelliten im Orbit steuerbar machen. Die Triebwerke wurden nach Angaben des Ministeriums in mehr als 8.000 Heißlauftests erprobt, sowohl unter atmosphärischen Bedingungen als auch in einer leistungsstarken Vakuumkammer. Finanziell wurde das Unternehmen über die Austria Wirtschaftsservice (aws) mit rund 750.000 Euro unterstützt.

Beaconsat ist zugleich sicherheitspolitisch aufgeladen. In einer weiteren BMIMI-Darstellung wird das Vorhaben als Österreichs erster militärischer Satellit und als bislang größter in Österreich entwickelter Satellit beschrieben. Die Daten sollen dem Bundesministerium für Landesverteidigung in Entscheidungsprozessen helfen; beteiligt sind demnach auch Industriepartner wie das Grazer Unternehmen IGASPIN (Detektion und Analyse) sowie das dänische Unternehmen Space Inventor (unter anderem On-Board-Computer). Auf europäischer Ebene wird die Mission laut BMIMI über den ESA Marketplace als Technologiedemonstration unterstützt und kofinanziert.

Hanke verknüpft das Projekt mit der Raumfahrtfinanzierung des Landes. Trotz budgetärer Engpässe sei es gelungen, den österreichischen ESA-Beitrag durch Umschichtungen von 260 auf 340 Millionen Euro zu erhöhen, verbunden mit einer Industriestrategie, in der Welt- und Luftfahrttechnologien als eines von neun Schlüsseltechnologiefeldern verankert seien.

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