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Den musikalischen Startschuss gab das RSO unter Christian Kolonovits mit Charpentiers kultiger Eurovisionsfanfare, bevor Albaniens Kandidat Alis den Auftakt zur alphabetisch gereihten Parade der Künstlerinnen und Künstler markierte. "Wenn mir das passieren kann, kann es jedem passieren", zeigte sich der 23-Jährige bescheiden ob seines Glücks, beim ESC ins Rennen zu gehen und dabei am Muttertag den Reigen auch noch zu eröffnen.
Der Weg führte die Acts vom Burgtheater über die gesperrte Ringstraße zum Selfiemarathon durch die jubelnde Menge aus Tausenden Fans im Village und gestaltete sich als modisches Schaulaufen wie auf einem Laufsteg - vornehmlich aufseiten der weiblichen Acts. Bulgariens Dara präsentierte sich im mondänen Kleid samt hängendem Fell an der Seite, das Assoziationen zu überlangen Achselhaaren weckte, während Tamara Živković aus Montenegro gleich mit chewbacca-artigem Vollhaarkranz erschienen war.
Das kroatische Quintett Lelek zeigte sich in zeitlos-monochromer Eleganz, während Delta Goodrem aus Australien im Goldkleid à la Marilyn auftrat. Apropos Monroe: Die gleichnamige Teilnehmerin aus Frankreich konnte den Preis der aufwendigsten Zöpfchenfrisur für sich reklamieren, während Sarah Engels aus Deutschland passend zu ihrem Titel "Fire" in feuriger Robe erschien.
Die Männer des Bewerbs präsentierten sich im Vergleich überwiegend dezent in Sakkos, bei denen einzelne Applikationen wie Goldsterne bei Georgiens Bzikebi schon als extravagant herausstachen. Immerhin Griechenlands Topfavorit Akylas trat gewohnt exzentrisch mit einer Art Filzkrone und einem Tränchen im Auge an, während Maltas Aidan gar mit Rosenschleppe aufwarten konnte.
Israels Kandidat Noam Bettan, der sich angesichts der Diskussion um die Zulassung seines Landes zum Bewerb trotz des Gazakrieges mit vereinzelten Unmutsäußerungen vonseiten des Publikums konfrontiert sah, hatte gleich ganz auf ein Oberteil unter dem Sakko verzichtet. Da wusste er sich eins mit Norwegens Jona Lovv, der seine Blöße unter der bunten Latzhose mit Ganzkörpertattoos kaschierte.
Einen ersten Zwischenstopp für den bunt-modischen Zug stellte die Bühne unter dem Rathausturm dar, wo die Acts in Kurzinterviews meist über das Wetter und das Essen in Wien sinnieren mussten. RSO-begleitete Auftritte von Vorjahressieger JJ mit seinem "Wasted Love" oder eine von Juliette Khalil ergänzte Zuspielung von Österreichs erster ESC-Ikone Udo Jürgens rahmten die Veranstaltung. Einzig Gastgeber Austria nahm sich hierbei die Freiheit, aus dem Alphabet auszuscheren und in Person von Cosmó die Nachhut des Glamourevents zu bilden - begleitet vom psychedelischen ESC-Maskottchen Auri.
Danach ging es für die versammelte ESC-Power noch zum Parforceritt durch die versammelte Weltpresse, bevor Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) alle Delegationen im Festsaal des Rathauses zur Welcome Ceremony begrüßte. Ein amikaler Auftakt zum Bewerb, der am 12. und 14. Mai mit den beiden Halbfinals erste kompetitive Höhepunkte erreicht, bevor am 16. Mai das große Finale in der Wiener Stadthalle über die Bühne geht.
(S E R V I C E - www.eurovision.tv )






