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Salzburger Festspiele: Messezentrum wird 2029 und 2030 zur Ersatzbühne

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Abendpanorama der Salzburger Altstadt mit Festung Hohensalzburg und Dom
Foto:©Pixabay/werdepate

Während das Große Festspielhaus saniert wird, weichen die Salzburger Festspiele in den Sommern 2029 und 2030 ins Messezentrum aus. Die Oper bleibt in der Altstadt. Was die Entscheidung des Kuratoriums bedeutet und wie weit der Umbau des Festspielbezirks ist.

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Die Salzburger Festspiele haben ihre Ersatzspielstätte für die Jahre der großen Sanierung gefunden. Das Messezentrum Salzburg wird in den Festspielsommern 2029 und 2030 als Interimsspielstätte genutzt. Das hat das Kuratorium der Festspiele am 16. Oktober im Einvernehmen mit dem Direktorium beschlossen.

Notwendig wird der Umzug, weil das Große Festspielhaus von Herbst 2028 bis Frühjahr 2031 wegen der Sanierung geschlossen ist. Im Messezentrum sollen vor allem Konzerte und Sonderprojekte stattfinden, die ein neues und breiteres Publikum ansprechen sollen. Der Schwerpunkt der Oper bleibt in der Salzburger Altstadt, die bestehenden Spielstätten dort sollen so weit wie möglich weiter bespielt werden.

Wer entschieden hat und was die Festspiele sagen

Vor der Entscheidung hat das Kuratorium mehrere alternative Standorte anhand vorbereiteter Dossiers geprüft. Im Frühjahr waren noch ein Areal bei der Stieglbrauerei in Maxglan und eine Fläche im Stadtteil Nonntal als mögliche Standorte für eine Ersatzspielstätte genannt worden. Das Projekt Festspielbezirk 2030 ist nach Angaben der Festspiele seit acht Jahren in Entwicklung.

Der designierte Intendant Peter de Caluwe war in die Entscheidung eingebunden. „Nicht das Programm soll sich den Räumlichkeiten anpassen“, sagt er. Der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz spricht von „einem zentralen Bauabschnitt des Jahrhundertprojekts Festspielbezirk 2030“. Festspielpräsidentin Kristina Hammer betont, dass „Wandel keine Unterbrechung ist, sondern Teil unserer künstlerischen Identität“.

Was im Festspielbezirk gerade gebaut wird

Die Bauarbeiten laufen bereits. Anfang Oktober haben im Mönchsberg die Fräsarbeiten für die Kavernen des geplanten „Hauses im Berg“ begonnen. In zwei Hohlräumen mit zusammen rund 108.000 Kubikmetern entstehen hinter dem Großen Festspielhaus unter anderem eine Montagehalle als Hinterbühne, ein Orchesterprobensaal und weitere Probenräume. Angeliefert wird künftig über den Neutortunnel.

Auch im Haus für Mozart und in der Felsenreitschule wird gearbeitet. Bis zur Mozartwoche 2027 werden dort die Lüftungszentrale erneuert, die Kühlung an den Almkanal angeschlossen und eine neue Trafoanlage errichtet. Insgesamt wächst die Nutzfläche des Festspielbezirks um rund 9.000 auf 45.520 Quadratmeter.

Werkstätten ziehen ab Jänner 2027 um

Der nächste große Schritt betrifft die Werkstätten. Ab Jänner 2027 übersiedeln sie in Interimsquartiere an drei Produktionsstandorten in der Münchner Bundesstraße, in der Peilsteinerstraße und in der Altstadt. In diesen Bereichen arbeiten rund 250 ganzjährig Beschäftigte. Das Werkstättengebäude wird durch einen Neubau ersetzt, der nach hinten auf etwa die doppelte Grundfläche erweitert wird.

Für Anrainerinnen und Anrainer sowie Besucherinnen und Besucher der Altstadt bleibt die Baustelle spürbar. Das Neutor ist seit 14. September für den Verkehr gesperrt, abgeschlossen sollen die Baumaßnahmen im Festspielbezirk im Jahr 2033 sein.

Was der Umbau kostet

Für die erste Bauphase mit der Sanierung und Erweiterung des Großen Festspielhauses und dem Logistiktunnel im Berg gilt ein Finanzierungsdeckel von 395 Millionen Euro. Getragen wird sie laut Projektangaben vom Bund, vom Land Salzburg und von der Stadt Salzburg. Die Kosten für die Zwischenlösungen, also Interimswerkstätten, Organisation und Ersatzspielstätten, werden mit rund 38 Millionen Euro beziffert, etwa ein Drittel davon entfällt auf die Spielstätten.

Noch offen ist die Finanzierung der zweiten Phase, der Sanierung von Haus für Mozart und Felsenreitschule. Sie wird auf rund 86 Millionen Euro geschätzt. Alle Kostenangaben des Projekts gelten mit einer Schwankungsbreite von 20 Prozent.

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