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ORF-Doku "Schurli" über die "unbeugsame Instanz" Danzer

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Doku "Schurli" über den Poeten und Liedermacher Danzer
©ORF, APA
Georg Danzer war "eine aufrichtige, unbeugsame Instanz". Das sagt Mitmusiker Andy Baum in "Schurli", einer neuen Doku von Tatjana Berlakovich über den 2007 verstorbenen Liedermacher. Die 45-minütige Zusammenfassung vom Werdegang des Künstlers wurde am Mittwoch im Wiener Rathaus präsentiert und ist im Rahmen eines Programmschwerpunkts anlässlich des 80. Geburtstages Danzers am 5. Oktober, 22.30 Uhr, in ORF 2 zu sehen und auf ORF On abrufbar.

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Berlakovich griff bei der Gestaltung auf Archivaufnahmen zurück, hatte Einblicke in die in der Wienbibliothek verwahrten Aufzeichnungen Danzers und versucht die Karriere nachzuzeichnen, aber auch sein Wesen zu ergründen. Zu Wort kommen nicht nur Weggefährten und Bewunderer unterschiedlicher Generationen - etwa der Publizist und Autor Franz Schuh (79), Schulfreund Danzers, und die neunjährige Leonie, vermutlich jüngster Danzer-Fan -, sondern auch der Schurli selbst. Seine Aussagen aus zahlreichen Interviews sind neben den Songs (von "Jö Schau" über "Der alte Wessely", aktueller denn je, bis zu "Von Scheibbs bis Nebraska") das Highlight.

"Es gibt im Englischen diesen Begriff Singer-Songwriter", so Danzer, "der sich im Deutschen zum Liedermacher verstümmelt hat. Aber immer noch besser als Austropopper." Der Schurli war mehr als Musiker: Poet, sozial engagierter Mitmensch, "ein hoffnungsloser Optimist", wie sein Sohn Andreas in der Doku sagt, kritischer Beobachter seiner Zeit und ein wunderbarer Geschichtenerzähler. Und er hatte zwei Karrieren - eine in Österreich hauptsächlich mit Dialektliedern und eine überaus erfolgreiche in Deutschland, wie der Film herausgarbeitet.

Über manche Künstler glaubt man, alles zu wissen, betonte ORF-Kulturchef Martin Traxl vor der Premiere. Aber man bekomme etwas ganz Neues zu sehen, denn "Schurli - der Liedermacher & Poet Georg Danzer" gehe "sehr in die Tiefe". Berlakovich sagte, bei der Gestaltung habe sie die Erkenntnis überrascht, dass Danzer "so ein schneller Schreiber war".

Danzer wird zum Runden gebührend gewürdigt: Radio Wien etwa feiert den Liedermacher am 7. Oktober (19 bis 21 Uhr) mit der zweistündigen Sondersendung "80 Jahre Georg Danzer". Am Geburtstag wird eine Danzer-Gedenktafel am Gaudenzdorfer Gürtel 47 enthüllt. Dort ist der Künstler aufgewachsen und hat diesem Haus später ein Lied gewidmet.

Danzers langjähriger Wegbegleiter und Manager Franz Christian Schwarz hat die Doppel-LP bzw. CD "Jahreszeiten" zusammengestellt. Das Best-of-Album umfasst Lieder aus jeder Schaffensphase des Künstlers, das Coverartwork setzt sich aus vier Porträts Danzers zusammen, gemalt von Sigi Marons Tochter Nina. "Neben bekannten Liedern sind auch solche zu hören, die entweder bisher unbekannt oder dem Zuhörer nicht so geläufig sind, aber das musikalische Spektrum des großartigen Poppoeten widerspiegeln", schreibt Schwarz in den Liner-Notes. Außerdem wird das legendäre Album "13 schmutzige Lieder" auf "schmutzigem Vinyl" neu aufgelegt.

Bereits erschienen ist das von Schwarz herausgegebene Buch "Träumer". Es versteht sich als "literarischer Streifzug durch das Leben von Georg Danzer mit autobiografischen Texten, Kurzgeschichten und persönlichen Einblicken".

(S E R V I C E - Franz Christian Schwarz, Hrsg.: "Träumer", Ueberreuter Verlag, 160 Seiten, 25 Euro)

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/ORF

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