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No bad feelings: Roman "Die Tage zwischen früher und jetzt"

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Am Donnerstag in der Alten Schmiede
©Jung und Jung, APA
Es gibt Romane, in denen scheint rein gar nichts zu passieren, so beiläufig und unscheinbar wird erzählt. Doch beim näheren Nachdenken über die Lektüre ist allerhand los gewesen. Ein solches Buch ist "Die Tage zwischen früher und jetzt" von Lorenz Langenegger. Protagonist Jakob Walter absolviert seinen letzten Arbeitstag, unternimmt einen Kondolenz-Besuch bei seiner Ex-Frau, deren Mutter gestorben ist, besucht die Ex-Freundin und beginnt eine neue Beziehung. Reicht doch.

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Das Geheimnis des 1980 geborenen und in Zürich und Wien lebenden Schweizers Langenegger, der von sich sagt "Wenn alles ist wie immer, langweile ich mich selten", ist die hervorragend erträgliche Leichtigkeit des Seins, die er mit seinem Erzählton vermittelt. Dabei ist die in und um Bern spielende Geschichte von durchaus gewichtigen Vorkommnissen gekennzeichnet. Es ist die Zeit der Corona-Pandemie, und auch, wenn der Lockdown gelockert wurde, hält man lieber Abstand voneinander. Jakob hatte nach seinem letzten Tag im Aushilfsjob als Zeitungsauslieferer eigentlich eine Italien-Wanderung vor, doch die Grenzen sind dicht und die Hotels geschlossen.

Zunächst weiß er mit seiner Zeit nichts Rechtes anzufangen, doch dem Flaneur ist nichts zu schwör. Er setzt auf Entschleunigung, schlendert Handke-gleich durch die Vororte, macht beiläufig neue Bekanntschaften und intensiviert alte. Innerhalb kurzer Zeit kommt er mit Ex-Frau Edith, die er einst im Auftrag ihrer Mutter im australischen Outback ausfindig machte und heimholte, überein, dass ihre Scheidung ziemlich sicher eine gute Idee war, und mit Ex-Freundin Lena, dass sie den gemeinsamen Freund Amir mehr liebt als ihn. No bad feelings: Jakob ist glücklicher Patenonkel der Tochter von Lena und Amir. Dennoch überkommt ihn beim gemeinsamen Abendessen eine plötzliche, einem Gefühl der Einsamkeit geschuldete Traurigkeit.

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei, heißt es schon in der Bibel. Dunja, die Frau, die ihm beim Ausliefern der Zeitungen in ihrem kleinen Geschäft häufig einen Kaffee servierte, und neben der sich so gut schweigen ließ, ist auch nicht gern allein. Und mit einem Mal passt alles ganz zwanglos zusammen. Ohne Druck. Geht doch. - Mehr dazu bei der Buchpräsentation am Donnerstag in der Alten Schmiede in Wien.

(Von Wolfgang Huber-Lang/APA)

(S E R V I C E - Lorenz Langenegger: "Die Tage zwischen früher und jetzt", Jung und Jung, 142 Seiten, 23 Euro, Lesung und Gespräch am 1.10., 19 Uhr, Alte Schmiede, Wien 1, Schönlaterngasse 9)

SALZBURG - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Jung und Jung

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