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Franz Ferdinand: Indie-"Fire", routiniert konserviert

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So direkt und unverfroren wie 2001 im legendären leer stehenden und daher für Gigs kurzerhand "eingenommenen" Lagerhaus in Glasgow sind Franz Ferdinand natürlich nicht mehr. Aber die Band rund um Frontman Alex Kopranos bewies am Sonntagabend in der ausverkauften Wiener Gasometerhalle eindrücklich, dass sie das einst rüde Indie-"Fire" routiniert konserviert hat. Und da die treuen Fans in den vergangenen 25 Jahren ja mitgewachsen sind, hat das "superfantastisch" gepasst.

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Die Schotten legten 2004 - als sie mit dem ersten, selbstbetitelten Album von Glasgow aus international reüssierten - auch in Österreich einen Raketenstart hin: Das damals für das kleine Wiener "Flex" vorgesehene Konzert musste kurzfristig in die Open Air-Arena verlegt werden. Nur ein Jahr danach füllten Franz Ferdinand schon die Wiener Stadthalle. Abgesehen von Festivals wie dem Frequency und in Wiesen buchte die Band dann sichtlich ein Abo für den Wiener Gasometer: Am Sonntag war es schon ihr dritter Gig dort (ein vierter war 2014 aus etwas kryptischen Gründen abgesagt worden).

So sperrig das Motto der aktuellen Europatour ist - "Greater Glasgow European Cultural Exchange" - so unkompliziert geradlinig spielten Franz Ferdinand ihre Dance Rock-Hitparade in Wien rauf und runter, natürlich mit allen Klassikern von "Do You Want" über "Hooked" und "Walk Away" bis "Take Me Out". Ihr aktuelles Album "The Human Fear" von Anfang 2025 kam da etwas zu kurz, aber das war kein Wunder: In den elf neuen Songs geht es um elf verschiedenen Formen von Ängsten - ein Themenkomplex, der wohl nicht so leichtfüßig tanzbar ist.

Frontmann Alex Kapranos (seit einer Woche 54) dominierte die Bühne mit Charisma und suchte - und fand - ständigen Kontakt zum Publikum. Immer wieder sprach er die Fans auf Deutsch an, wenngleich er gegen Ende augenzwinkernd zugab: "My Sprecken in Deutsch is pretty Sch...e".

Tradition hat bei Franz Ferdinand auch, dass die Sets nicht "unendlich" lang sind: Im Gasometer war nach einer - im Doppelsinn des Wortes - guten Stunde schon der Super-Stampfer "Take Me Out" als Anfang vom Ende des regulären Programmes dran. Da erhob sich dann schon die Frage: Wie wollen Alex Kapranos und Co. das noch toppen? Zumindest das Halten des Enthusiasmus-Levels des Publikums gelang bei den Zugaben aber sehr ordentlich, u. a. mit "Hooked" und "Darts of Pleasure" mit der legendären deutschsprachigen Textzeile "Ich heiße superfantastisch". Und ganz zuletzt heizten Franz Ferdinand den Fans noch mit "This Fire" ein.

(Von Werner Müllner/APA)

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