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An allen möglichen Stellen baut man derzeit dem Horrorszenario vor, dass ein mit Tages- und Nachtfreizeit ausgestatteter Wienbesucher mit ESC-Interesse rund um die Wettbewerbswoche ab 11. Mai auch nur kurzfristig nicht weiß, wohin sie oder er sich zwecks Amüsement und Kulturgenuss wenden könnte. Auch die äußerst zahlreichen kulturellen Einrichtungen - allen voran die Bundesmuseen und Bundestheater - wollen sich dementsprechend als Anlaufstellen in Stellung bringen.
Vom Podium im Vortragssaal des NHM, wo die Initiativen Journalistinnen und Journalisten vorgestellt wurden, grüßte gleich stilecht ein Ziesel mit dem charakteristischen blauen Cosmó-Stern über dem rechten Auge. Das von Vohland abgespielte Ziepen des Tiers mag vielleicht nicht ESC-reif sein - das ist aber auch nicht unbedingt die Anforderung im Rahmen von "Voices of Nature - Song Contest of the Animals" im NHM. Eine höchst ESC-affine Biologin des Hauses hat ein lokal verankertes Tier aus allen 35 Teilnehmerländern mit Informationen zu seiner Lautäußerung und zur Song-Contest-Historie des Landes ausgestattet, wie die NHM-Generaldirektorin erklärte. Mit einem Audioguide können sich dann Besucherinnen und Besucher durch die animalischen Laute hören und contest-technisch weiterbilden. Das Cosmó-Ziesel steht für Österreichs Fauna und kommt - inklusive Stern - vielleicht später ins Wissenschaftsarchiv.
Die Resonanz, etwas zum ESC zu machen, in ihrem Haus sei erstaunlich groß gewesen, sagte Vohland. Mit jeder Schleife, die die Idee gedreht hat, wurde sie größer. Nun habe man etwas Passendes an der Hand, auch wenn dies vielleicht "etwas greller ist als sonst". Zahlreiche andere Einrichtungen ließen sich laut Babler und Thurnher ebenso nicht lange bitten, etwas auf die Beine zu stellen. Vieles sei, wie im NHM, sozusagen "Bottom-up" - also direkt aus den Häusern heraus - gekommen.
Was man nun von der Volksoper mit ihren "Sing-alongs", über das Volkstheater mit dem "Eurobronski-Contest", dem Burgtheater, das gegenüber dem großen Eurovisionvillage auf dem Rathausplatz selbst einschlägiges Programm bietet, das Mumok mit einem performativen Soundparcours, über das MAK, das Technische Museum Wien, das Kunsthistorische Museum, das Haus der Geschichte Österreich, die Nationalbibliothek, die Albertina etc. so alles geboten bekommt, sei "einzigartig in der Quantität", gab sich Babler überzeugt. Alles in allem werde Wien und Österreich ein "unvergessliches Erlebnis" eben auch in den öffentlichen und semiöffentlichen Raum bringen. Für die kulturellen Institutionen sei dies auch eine Chance, trotz hoher Besucherzahlen neue Zielgruppen zu erreichen, gab sich der Kulturminister sicher: "Das wird Eindruck in der ganzen Kulturszene hinterlassen."
Um die Integration selbiger habe man sich seitens des ORF auch nicht lange bemühen müssen, betonte Thurnher. Alle seien "sehr gerne an Bord gegangen", so die Interimsgeneraldirektorin des ESC-Ausrichters. Für den ORF sei klar, dass man "ganz Österreich in das Event einbinden" wolle. Jüngere Umfragedaten, wonach der ESC einer erklecklichen Anzahl an Menschen im Lande kein großes Anliegen ist, werde man noch drehen, gab sich Thurnher überzeugt. Man werde - auch mit Hilfe der Kulturinstitutionen - noch "bewusst Menschen erreichen, die sonst nicht in die Stadthalle gehen". Insgesamt wolle man Vergangenheit und Gegenwart verbinden - wie sich auch im "Green Room" im Kaffeehausflair in der Showhalle selbst ablesen wird lassen. Seitens ORF gebe es auch noch einen weiteren "ganz lebendigen Treffpunkt", den es für ESC-Fans anzusteuern gelte: Das Radiokulturhaus im vierten Gemeindebezirk locke mit Gesprächen, Quizzes und vielem mehr, so Thurnher.
(S E R V I C E - https://songcontest.orf.at/story/kulturinitiativen100 )






