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Arnulf Rainer im Stephansdom: 77 Kreuze der Sammlung Trenker

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©Katharina Schiffl

Vernissage in Wien: 77 Werke von Arnulf Rainer sind heuer im Stephansdom zu sehen. Inklusive exklusiver Fotogalerie und Videobeitrag.

Institutioneller Rahmen und politische Einordnung

Die offizielle Eröffnung der Ausstellung fand am Dienstagabend, dem 17. Februar 2026, im Wiener Stephansdom statt. Zu den geladenen Gästen zählten hochrangige Vertreter aus Politik, Kirche und Wirtschaft. Bundeskanzler Christian Stocker eröffnete die Schau gemeinsam mit Dompfarrer Toni Faber, Erzbischof Josef Grünwidl und dem Initiator Werner Trenker. In seiner Eröffnungsrede betonte Bundeskanzler Stocker die Bedeutung Rainers für die heimische Kunstgeschichte und dessen Rolle als Identitätsstifter der österreichischen Nachkriegsmoderne. Arnulf Rainer, der 1929 geboren wurde und im Jahr 2025 verstarb, gilt als einer der international renommiertesten Künstler Österreichs, dessen Einfluss weit über die Staatsgrenzen hinausreicht.

Die Wahl des Stephansdoms als Ausstellungsort unterstreicht den Anspruch, Kunst in einen Dialog mit Architektur, Liturgie und Geschichte zu setzen. Dompfarrer Toni Faber hob hervor, dass der Dom ein Ort sei, an dem existentielle Fragen ihren Platz haben. Rainers Arbeiten werden hier nicht als dekorative Elemente, sondern als Herausforderung für den Betrachter und dessen Sehgewohnheiten positioniert.

VIDEO: Das Kreuz, das Zeichen,das bleibt.

Exklusives Video zur Vernissage im Dom: Eröffnungsworte von Bundeskanzler Christian Stocker und Dompfarrer Toni Faber, Stimmung der Eröffnung und erste Reaktionen des Publikums.

Die Sammlung Werner Trenker und das private Mäzenatentum

Die gezeigten Werke stammen aus der Sammlung von Werner Trenker. Der österreichische Unternehmer ist seit rund 15 Jahren als Kunstsammler aktiv und konzentriert sich auf bedeutende Positionen der heimischen Kunst, darunter Hermann Nitsch, Arnulf Rainer und Markus Prachensky. Seit 2022 liegt ein verstärkter Fokus auf der Förderung und Realisierung von Ausstellungen, um private Bestände der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Trenker sieht in der Kunst ein Instrument der Verbindung, das über ökonomische Logiken hinausgeht. Sein Engagement im Stephansdom wird als Beitrag zur Kunstvermittlung verstanden, der darauf abzielt, Rainers Werk für ein breites Publikum unmittelbar erlebbar zu machen. Die Kooperation zwischen privatem Sammler und der Kirche ermöglicht heuer eine Präsentation, die in staatlichen Museen in dieser Geschlossenheit nur selten zu sehen ist.

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