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Al Bano wegen Konzerts in Israel in der Kritik

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Auf Al Bano Carrisi prasselt Kritik ein
©APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER
Der italienische Sänger Al Bano Carrisi ist wegen eines Auftritts in Israel ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Der 83-Jährige war am vergangenen Sonntag anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes Rosch ha-Schana im Charles Bronfman Auditorium in Tel Aviv aufgetreten. Dabei sang er unter anderem seinen weltbekannten Hit "Felicità".

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Der Auftritt löste in den sozialen Netzwerken heftige Kritik aus. Nutzer warfen dem Sänger angesichts des anhaltenden Krieges und der vielen Todesopfer im Gazastreifen vor, auf der "falschen Seite der Geschichte" zu stehen. Andere bezeichneten die israelische Militäroperation als "Genozid".

Al Bano reagierte nun auf die Vorwürfe und betonte, seine Reise nach Israel sei nicht als politische Stellungnahme gedacht gewesen. "Ich verstehe die Sorgen, die mit meinem Auftritt verbunden sind", erklärte der aus der süditalienischen Adria-Region Apulien stammende Sänger. Seine Anwesenheit solle vielmehr ein Zeichen "menschlicher Nähe" sein, das von Frieden und Mitgefühl getragen werde.

"In einer geteilten Welt bleibt die Musik eine Brücke", sagte Al Bano. Sein Wunsch sei es, diese Brücke offen zu halten und seine Stimme zu nutzen, um Verständnis, Freundschaft und Hoffnung zu fördern - heute und für kommende Generationen. Der Sänger verwies zugleich auf sein Selbstverständnis als Italiener und Künstler mit internationalem Publikum.

"Als stolzer Italiener und Bürger der Welt glaube ich, dass Musik keine Grenzen kennt", erklärte er. Sie spreche eine universelle Sprache und könne Menschen unabhängig von Nationalität, Kultur oder Religion miteinander verbinden. "Mein ganzes Leben lang war Musik meine Art, Gefühle zu teilen, Freundschaften aufzubauen und Verbindungen zu anderen Menschen zu schaffen", sagte Al Bano. Wenn er eine Bühne betrete, tue er dies mit diesem Gedanken - mit Respekt vor seinem Publikum und im Vertrauen auf die Menschlichkeit.

Auch frühere Auftritte Al Banos in Russland als auch ein für 2027 angekündigter Auftritt in Moskau wurden erneut thematisiert. Kritiker halten dem Sänger vor, wiederholt in Ländern beziehungsweise Regionen aufzutreten, deren politische Rolle in internationalen Konflikten umstritten ist.

Al Bano gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten italienischen Sängern. Gemeinsam mit seiner ehemaligen Ehefrau Romina Power bildete er vor allem in den 1970er und 1980er Jahren ein international erfolgreiches Gesangsduo. Lieder wie "Felicità", "Sharazan" und "Ci sarà" machten die beiden auch außerhalb Italiens bekannt. Nach ihrer Trennung verfolgte Al Bano seine Solokarriere weiter und tritt bis heute international auf.

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