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Vernissage: Peter Krawagna in der Galerie Ernst Hilger

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©Katharina Schiffl

Es scheint, als wäre die Welt im Alter eine buntere: Bis 8. Mai 2026 zeigt die Galerie Ernst Hilger Arbeiten des 88-jährigen Kärntner Künstlers Peter Krawagna. Intrinsisch inspirierte Naturimpressionen, die sich jedoch jeglichem Impressionismus widersetzen.

An seinen Gehstock gelehnt, steht er da – Peter Krawagna. Die Tatsache, dass der Maler im kommenden Jahr seinen 90. Geburtstag feiert, vermag man in Anbetracht seiner Erscheinung nicht zu glauben. Auch seine Bilder lassen keinen Rückschluss auf Altersermüdung zu. Im Gegenteil: Die Arbeiten an den Wänden der Galerie Ernst Hilger, vorrangig entstanden während der letzten drei Jahre, scheinen in ihrer Farbigkeit sogar kraftvoller als jene, aus jungen Tagen. Sie eröffnen abstrakte Ausblicke in höchst subjektive Naturerlebnisse und geben Einblick in das Innerste einer Künstlerseele.

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Die gezeigten Arbeiten eröffnen Ausblicke auf subjektives Naturempfinden und geben Einblick in das Innere einer Künstlerseele

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Abstrakte Augenblicke

Waren es früher Eindrücke zahlreicher Reisen, sind es heute vor allem Impressionen seiner Heimat Kärnten. Jeden Tag geht Krawagna in sein Atelier am Wörthersee. So es das Wetter erlaubt, ist es der Ausblick von seinem Steg, der inspiriert. Obwohl er gerne en plein air malt und ihm die Natur, das Gesehene, als Inspiration und Ausganspunkt seiner Malerei dient, unterscheidet er sich grundsätzlich vom Impressionismus. Es sind oftmals Millisekunden eines kurzen Augenblickes – etwa eine kurz auftauchende Reflexion an der sich leicht im sanften Wind kräuselnden Wasseroberfläche oder das helle Aufglimmen des weißen Segels eines Bootes in der Mittagssonne – die Krawagna virtuos auf Leinwand oder Papier bannt.

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Einladung zur Entdeckungsreise

Dass vom ursprünglich Gesehenen letztlich wenig übrigbleibt und – wenn überhaupt – bloß Rudimente davon zu erahnen sind, ist genau das, was Krawagnas Werk auszeichnet. Wer damit nicht vertraut ist, sucht den Realitätsbezug in seinen Abstrakten Bildwelten – einer Symbiose aus Malerischem und Grafischem – zumeist vergeblich. Wer sich aber darauf einlässt, begibt sich auf eine Reise, die Erlebtes nachvollziehbar macht.

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Krawagna mit seiner befreundeten Künstlerkollegin Martha Jungwirth

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Vernissage bei vollem Haus

Peter Krawagna ist ohne Frage einer der bedeutendsten Naturabstraktionisten des Landes mit künstlerischer Qualität internationalen Niveaus. Das seine Arbeit großen Anklang findet, zeigte auch der Ansturm auf die feierliche Eröffnung seiner Ausstellung am 12. März: Neben Familie, Sammlern und Wegbegleitern erwiesen ihm auch zahlreiche Künstlerfreunde die Ehre – unter ihnen etwa Martha Jungwirth, Walter Vopava, Peter Marquant und Eduard Angeli.

Die eröffnenden Worte spendete Hans-Peter Wipplinger, der zu Hause selbst mit "Krawagna" lebt. Eine objektive Einordnung sei somit in seinem Falle aufgrund von Befangenheit eigentlich gar nicht möglich, scherzte er. Trotz des regen Treibens in der Galerie fehlte einer ganz besonders, wie Wipplinger zum Ende seiner Rede festhielt: „Der liebe Ernstl Hilger – auf ihn möchte ich nun gemeinsam anstoßen.“

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